Wie gelingt nachhaltigen Lernen?

16. November 2017 – 17:25

Ein wesentliches Merkmal nachhaltigen Lernens ist die Verarbeitungstiefe, denn umso mehr gelangt das aufgenommene Wissen in die zentralen Schaltstellen des menschlichen Gehirns. Beim bloßen Lesen eines Textes wird lediglich die sprachliche Oberflächenstruktur der Sätze verarbeitet, doch nur die Repräsentation der Satzbedeutung oder die Organisation eines Textes, also die Repräsentation der Textstruktur, befördert eine inhaltliche und tiefere Verarbeitung der Informationen. Erst dadurch wird eine intensivere Gedächtnisspur erreicht, wobei es immer entscheidend ist, aktiv mit dem Lernmaterial umzugehen, denn nur das führt zu einem nachhaltigen und somit hohen Lerneffekt. Beispiele für eine tiefe Verarbeitung:

  • Anwendungen finden
  • Fragen zum Text formulieren
  • Rollenspiel einer mündlichen Prüfung durchführen
  • Ist der Lernstoff in der Alltagserfahrung vorhanden?
  • Modell für einen Vorgang entwerfen, etwa eine Skizze erstellen
    Analogien finden
  • Buchbesprechungen oder Pressenotiz schreiben
  • Zwei bis drei Fachlehrbücher miteinander vergleichen
  • Überlegen, welche Textinformationen ein Praktiker sofort können sollte
  • In Gruppen die Texte bewerten
  • Feststellen und vergleichen, was man vorher zu dem Thema gedacht oder gewusst hat
  • Jemandem von dem Gelernten berichten
  • Zusammenfassen und Exzerpieren
  • Bilden von Assoziationen
  • Überflüssige Sätze streichen
  • Überschriften für Absätze oder Graphiken finden
  • Gegenargumente finden
  • Beantworten von Fragen nach dem Lesen des Textes

Quelle

Stangl, W. (2017). Die Tiefe der Verarbeitung von Lerninhalten. Werner Stangls Texte zum Lernen.
WWW: http://lernen.lerntipp.at/852/die-tiefe-der-verarbeitung-von-lerninhalten (2014-11-16).



Übung für den Einstieg in das wissenschaftliches Lesen: Eine Stunde – ein Buch

4. November 2017 – 09:42

Nehmen Sie ein Sach- oder Fachbuch zur Hand, und nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und versuchen Sie, das Buch in dieser Stunde quer zu lesen. Studieren Sie den Teaser auf dem Schutzumschlag (falls vorhanden), das Inhaltsverzeichnis, das Vorwort, die Einleitung und den überfliegen Sie den Schluss. Versuchen Sie das in etwa zehn Minuten zu erledigen, um die Struktur des Buches und die wichtigsten Inhalte zu erfassen.

Fragen Sie sich anschließend etwa fünf Minuten lang, was Sie von den Inhalten möglicherweise schon kennen, was für Sie neu ist, was Sie besonders interessiert.

Überfliegen Sie dann mit kursorischem Lesen jenen Abschnitt des Buches, von dem Sie schon ein Vorwissen besitzen. Es geht dabei aber weniger darum, alles zu lesen oder zu erfassen, sondern vielmehr darum, sich einen Eindruck zu verschaffen, den Stil des Buches kennenzulernen und die Hauptinhalte des Werks zu erfassen.

Die letzten zehn Minuten verbringen Sie damit, eine Karteikarte anzulegen, auf der Sie Titel, Autor und in einigen Stichworten die wichtigsten Inhalte für ein mögliches späteres genaueres Lesen festhalten. Notieren Sie auch, was Sie in dem Buch vermisst haben.

Mehr dazu unter Formen des Lesens von wissenschaftlicher Literatur (Stangl, 2017).

Literatur
Stangl, W. (2017). Formen des Lesens von wissenschaftlicher Literatur. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNTECHNIK/Lesen.shtml (2017-11-04).
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/konzentrationsprobleme-diese-uebungen-helfen-a-1165517.html (17-11-02)



Mücken am Arbeitsplatz

1. November 2017 – 09:56
Gelsen bzw. Mücken aber auch Motten werden im Gegensatz zu anderen fliegenden Insekten nicht vom Licht angezogen, sondern allein vom Geruch eines Menschen, d.h., das Licht am Arbeitsplatz oder im Schlafzimmer kann man also ruhig anlassen. Gelsen bzw. Mücken sind nachtaktiv und eher verstört, wenn sie sich in ein hell beleuchtetes Zimmer verirren. Das Licht irritiert sie so sehr, dass sie weniger oder gar nicht stechen, solange es an ist, sondern sich irgendwo hinsetzen und warten, bis das Licht wieder ausgeschaltet wird – oder bis man sie erschlägt 😉

Sobald man aber das Licht abdreht, beginnt dieses bedrohliche Summen, denn dann sucht die Gelse jenes Lebewesen im Raum, das für sie am besten riecht bzw. schmeckt. Die Zusammensetzung des menschlichen Schweißes und Blutes ist in Nuancen verschieden und das bestimmt den Geruch, der über die Haut abgesondert wird, sodass Gelsen tatsächlich manche Menschen bevorzugt aufsuchen, ihren Saugstachel hineinbohren und das Blut aufsaugen. Angezogen wird eine Gelse übrigens dabei vom CO2-Gehalt, Schweiß und Milchsäurebakterien auf der menschlichen Haut, denn sie benötigt das Blut als Nahrung, um ihren etwa drei Lebenswochen alle drei Tage Eier legen zu können (Stangl, 2017).

Anmerkung: Bei Motten unterscheidet man die Dörrobstmotten, Mehlmotten, die Kleidermotten und die Speichermotten, Kakaomotte, Tabakmotte, von denen die ersten beiden Mottenarten klassische Vorratsschädlinge darstellen.

Literatur
Stangl, W. (2017). Arbeitsplatzgestaltung aber richtig und GRATIS. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNTECHNIK/Arbeitsplatz.shtml (2017-11-01).



free counters

© Werner Stangl Linz 2017