Tibetische Erziehungstipps

23. November 2017 – 13:49

Wenn ein Kind kritisiert wird,
lernt es zu verurteilen.

Wenn ein Kind angefeindet wird,
lernt es zu kämpfen.

Wenn ein Kind verspottet wird,
lernt es schüchtern zu sein.

Wenn ein Kind beschämt wird,
lernt es sich schuldig zu fühlen.

Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird,
lernt es geduldig zu sein.

Wenn ein Kind ermutigt wird,
lernt es sich selbst zu vertrauen.

Wenn ein Kind gelobt wird,
lernt es sich selbst zu schätzen.

Wenn ein Kind gerecht behandelt wird,
lernt es gerecht zu sein.

Wenn ein Kind geborgen lebt,
lernt es vertrauen.

Wenn ein Kind anerkannt wird,
lernt es sich selbst zu mögen.

Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird,
lernt es in der Welt Liebe zu finden.



Wie gelingt nachhaltigen Lernen?

16. November 2017 – 17:25

Ein wesentliches Merkmal nachhaltigen Lernens ist die Verarbeitungstiefe, denn umso mehr gelangt das aufgenommene Wissen in die zentralen Schaltstellen des menschlichen Gehirns. Beim bloßen Lesen eines Textes wird lediglich die sprachliche Oberflächenstruktur der Sätze verarbeitet, doch nur die Repräsentation der Satzbedeutung oder die Organisation eines Textes, also die Repräsentation der Textstruktur, befördert eine inhaltliche und tiefere Verarbeitung der Informationen. Erst dadurch wird eine intensivere Gedächtnisspur erreicht, wobei es immer entscheidend ist, aktiv mit dem Lernmaterial umzugehen, denn nur das führt zu einem nachhaltigen und somit hohen Lerneffekt. Beispiele für eine tiefe Verarbeitung:

  • Anwendungen finden
  • Fragen zum Text formulieren
  • Rollenspiel einer mündlichen Prüfung durchführen
  • Ist der Lernstoff in der Alltagserfahrung vorhanden?
  • Modell für einen Vorgang entwerfen, etwa eine Skizze erstellen
    Analogien finden
  • Buchbesprechungen oder Pressenotiz schreiben
  • Zwei bis drei Fachlehrbücher miteinander vergleichen
  • Überlegen, welche Textinformationen ein Praktiker sofort können sollte
  • In Gruppen die Texte bewerten
  • Feststellen und vergleichen, was man vorher zu dem Thema gedacht oder gewusst hat
  • Jemandem von dem Gelernten berichten
  • Zusammenfassen und Exzerpieren
  • Bilden von Assoziationen
  • Überflüssige Sätze streichen
  • Überschriften für Absätze oder Graphiken finden
  • Gegenargumente finden
  • Beantworten von Fragen nach dem Lesen des Textes

Quelle

Stangl, W. (2017). Die Tiefe der Verarbeitung von Lerninhalten. Werner Stangls Texte zum Lernen.
WWW: http://lernen.lerntipp.at/852/die-tiefe-der-verarbeitung-von-lerninhalten (2014-11-16).



Übung für den Einstieg in das wissenschaftliches Lesen: Eine Stunde – ein Buch

4. November 2017 – 09:42

Nehmen Sie ein Sach- oder Fachbuch zur Hand, und nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und versuchen Sie, das Buch in dieser Stunde quer zu lesen. Studieren Sie den Teaser auf dem Schutzumschlag (falls vorhanden), das Inhaltsverzeichnis, das Vorwort, die Einleitung und den überfliegen Sie den Schluss. Versuchen Sie das in etwa zehn Minuten zu erledigen, um die Struktur des Buches und die wichtigsten Inhalte zu erfassen.

Fragen Sie sich anschließend etwa fünf Minuten lang, was Sie von den Inhalten möglicherweise schon kennen, was für Sie neu ist, was Sie besonders interessiert.

Überfliegen Sie dann mit kursorischem Lesen jenen Abschnitt des Buches, von dem Sie schon ein Vorwissen besitzen. Es geht dabei aber weniger darum, alles zu lesen oder zu erfassen, sondern vielmehr darum, sich einen Eindruck zu verschaffen, den Stil des Buches kennenzulernen und die Hauptinhalte des Werks zu erfassen.

Die letzten zehn Minuten verbringen Sie damit, eine Karteikarte anzulegen, auf der Sie Titel, Autor und in einigen Stichworten die wichtigsten Inhalte für ein mögliches späteres genaueres Lesen festhalten. Notieren Sie auch, was Sie in dem Buch vermisst haben.

Mehr dazu unter Formen des Lesens von wissenschaftlicher Literatur (Stangl, 2017).

Literatur
Stangl, W. (2017). Formen des Lesens von wissenschaftlicher Literatur. [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNTECHNIK/Lesen.shtml (2017-11-04).
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/konzentrationsprobleme-diese-uebungen-helfen-a-1165517.html (17-11-02)



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