Das Einmaleins nachhaltig in kurzer Zeit erlernen

17. April 2019 – 18:14

In einer Zeitschrift, die sich speziell an Väter wendet, schreibt unter dem Titel „Das Einmaleins leicht lernen, so können Väter helfen“ eine Autorin und Grundschulpädagogin richtigerweise, dass das kleine 1×1 gehört zu den wichtigsten Grundlagen in der Mathematik zählt, auf die alles aufbaut. Und richtig ist auch, dass für das Einmaleins lernen ausreichend Übung erforderlich ist.

Dann allerdings folgt der Satz: „Dabei ist es besonders wichtig, dass die Kinder nicht einfach nur die Aufgaben und die Ergebnisse auswendig aufsagen, sondern genau wissen, was dahinter steckt.“ Das ist nur teilweise richtig, denn  es ist zwar klar, dass Kinder wissen müssen, was ein Zahlenraum ist und dass Addieren die Basis für das Multiplizieren darstellt. Allerdings geht es in der Folge alleine darum, dass Kleine Einmaleins vollständig zu automatisieren, sodass die Antwort auf 7 mal 9 nicht mehr aus der Siebener- oder Neuner-Reihe abgeleitet werden darf, sondern rein assoziativ auf Grund der Nennung der beiden Faktoren.

Auch stimmt es nicht, dass es beim Kleinen Einmaleins um 100 Aufgabensätze geht, sondern dass es viel weniger sind – genau genommen sind es nur 36 bzw. 23 Aufgabensätze, die zu lernen sind. Und es sind auch keine aufwändigen Lernspiele notwendig, auch wenn diese vielleicht bei der Erfassung des Zahlraums hilfreich sein können, sondern es ist nur eine knapp zwei bis vier Wochen lange systematische Übungsarbeit notwendig, wie wir sie in einem unserer erfolgreichsten Lerntipps beschrieben haben!

Wesentlich dabei ist, sich möglichst früh von der Systematik der Reihen zu lösen, die man auch mit Eselsbrücken nicht wirklich erleichtern kann. Kinder sind in dieser Zeit – also um sieben bis acht Jahre – kognitiv in der Lage, das Kleine Einmaleins binnen kürzester Zeit dauerhaft und nachhaltig zu lernen.

Die beste Methode wird hier beschrieben, wobei man sogar noch die komplementäre Division parallel dazu automatisiert ins Gedächtnis der Kinder bringen kann: Multiplizieren lernen & Dividieren lernen durch die Dreieck-Methode.

Quelle

https://www.netpapa.de/schule/einmaleins-leicht-lernen.html (19-04-17)



Selbstgespräche

15. April 2019 – 07:33

Interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Partner voraus.
Herbert George Wells

Beim Erlernen einer neuen Sprache empfehlen sich auch Selbstgespräche, wobei allerdings schon eine gewisse sprachliche Basis vorhanden sein sollte. Dabei überlegt man sich erst ein Thema oder nimmt etwas, das spontan einfällt. Auch Notizen und Einkaufszettel kann man in der Sprache schreiben, die man lernen möchte. Man denkt auch im Alltag über die verschiedensten Themen nach, man betrachtet Menschen, denen man begegnet, kommentiert im Kopf ihr Aussehen und ihre Kleidung, ihr Auftreten oder auch ihre Aussagen. Man überlegt dabei, wie man auf bestimmte Situationen reagieren kann und welche Antworten man auf Fragen geben könnte. Das alles kann man auch in einer Fremsprache tun, die man lernen möchte.

Da heute Texte in allen Sprachen für jeden verfügbar bzw. zugänglich sind, kann man sich zur Anregung auch etwas aus dem Internet heraussuchen und darüber ein Selbstgespräch führen. Manchmal sind auch die Onlineausgaben fremdsprachiger Tageszeitungen ein guter Impuls für ein Selbstgespräch! Hier einige Vorschläge, über welchen Themen man nachdenken kann und über welche Inhalt man Selbstgespräche führen kann:

  • Was hat man heute noch vor? Was will man an einem Tag noch erledigen!
  • Was hat man die letzten Tage unternommen?
  • Worüber hat man sich zum letzten Mal so richtig gefreut?
  • Wie war der letzte Urlaub oder wohin fährt man das nächste mal in den Urlaub?
  • Man kann auch ein imaginäres Gespräch mit einem Muttersprachler führen, etwa indem man ihm etwas aus seiner Umgebung erklärt.
  • Man kann Gebäude oder Straßen beschreiben, die man sieht.
  • Man kann Menschen beschreiben, die vorübergehen.
  • Man kann einem fiktiven Gesprächspartner aber auch einem Kuscheltier etwas über sich selbst erzählen.
  • Man kann diesem seine Meinung zu einem Thema des Tages erörtern.
  • Man kann durch die Stadt gehen und Fremdenführer spielen, indem man die Attraktionen seiner Stadt beschreibt.
  • Man kann auch bewusst ein Streitgespräch mit sich selbst über Sport oder Politik führen.

Wenn dabei Begriffe notwendig sind, die man nicht kennt, dann versucht man diese natürlich zunächst zu umschreiben oder schreibt sie auf und schlägt die Übersetzung nach. Etwas später lernt man das Wort und sollte es auch gleich anwenden, wenn man das nächste Mal denselben Gedanken verfolgt oder ein Gespräch führt.

Hilfreich und Ausgangspunkt von Selbstgesprächen können auch Lernposter sein, auf denen Vokabeln thematisch geordnet zu finden sind! Man findet sie für Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch!



Ersatzwortmethode

13. April 2019 – 13:14

Die Ersatzwortmethode, auch Schlüsselwortmethode oder Keyword-Methode genannt, basiert auf der Assoziationstechnik und ist besonders für Lern­material geeignet, zu dem nicht leicht Assoziationen zu bilden sind. Dazu gehören abstrakte Daten und Fakten, Fremdwörter, Vokabeln oder Namen. Da fast jeder Lernstoff Fach und/oder Fremdwörter enthält, die das Lernen erschweren, spielt die Ersatzwortmethode in allen Gedächtnistrainings eine wichtige Rolle. Am häufigsten wird sie eingesetzt, um Fremdsprachen oder eine Fachterminologie zu lernen. Bei dieser Methode geht es darum lernpsychologische und gedächtnispsychologische Prinzipien anzuwenden, indem man neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft und abstraktes bzw. unbekanntes Material in gut vorstellbare Bilder übersetzt.

Entscheidend ist es, Wörter und Begriffe in eine Form zu bringen, die Assoziationen zulässt, d. h., ein fremdes Wort in ähnlich klingende, vertraute Wörter zu zerlegen. Die Ersatzwörter sollen eine akustische Ähnlichkeit mit dem neuen, fremden Begriff haben und außerdem eine bildhafte Assoziation erlauben. Dadurch sind Aussprache und Schreibweise jederzeit reproduzierbar und können mit der Bedeutung des Wortes verknüpft werden. Beispiel: Kaltes heißt auf Griechisch Strümpfe, klingt aber auf Deutsch wie kalt. Der Merksatz könnte also lauten: Ich trage Strümpfe, wenn es kalt ist.

Mit Hilfe der Ersatzwortmethode ist es möglich, Lernmaterial auch dann aufzuarbeiten, zu dem nur schwer Assoziationen zu bilden sind. Dies trifft bei vielen Vokabeln und jeglicher Art von Fremdwörtern sowie Personennamen zu. Durch Anwendung dieser Technik kann man solche Wörter in eine Form bringen, die die Bildung von Assoziationen zulässt, so dass die Aussprache und Schreibweise jederzeit reproduziert und mit der Wortbedeutung assoziativ verknüpft werden kann. Somit stellt die Ersatzwortmethode ein wichtiges Bindeglied dar zwischen Assoziationstechnik und Loci-Methode, denn nur Worte, mit denen Assoziationsbildung möglich ist, können an den entsprechenden Orten abgelegt werden. Man ist jetzt nicht mehr darauf angewiesen, Assoziationen zur Wortbedeutung zu bilden, sondern man kann nun direkt Assoziationen zu dem Wort selber verwenden. Man erhält damit eine Art zweiten Freiheitsgrad, fällt einem zum Wortinhalt keine Assoziation ein, so arbeitet man über die Ersatzwortmethode.

Einige weitere Beispiele:

  • Soll z.B. das englische Wort „duck“ (Ente) gelernt werden. Das Wort klingt gesprochen ähnlich wie das deutsche Wort „Dock“. Man kann nun eine bildhafte Verbindung dadurch herstellen, dass man sich ein Dock vorstellt, in dem statt eines Schiffes eine riesengroße Ente schwimmt.
  • Das englische Wort „mice“ – die Mehrzahl des Wortes „mouse“ (Maus), die nicht in der üblichen Weise durch das Anhängen eines „s“ gebildet wird, was manchen SchülerInnen Probleme bereitet -Â klingt so ähnlich wie das Wort „Mais“. Nun kann man sich dazu das Bild vieler Mäuse vorstellen, die an einem Maiskolben knabbern.
  • Um sich das englische Wort für „Ziege“ („goat„) zu merken, kann man sich einen wild dreinblickenden und mit Waffen behängten Goten vorstellen, der auf einer Ziege reitet.
  • Weitere Beispiele aus dem Englischen: „stout“ – „beleibt“: Eine beleibte Frau steht im Stau; „retreat“ – „(sich) zurückziehen“: Ein Rettich zieht sich langsam vom Teller zurück.
  • Um sich das französische Wort für “ Hund “ („chien“ – gesprochen „schieun“) zu merken, stellt man sich einen Hund vor, der auf einem Schi zu Tal fährt. Schi ist also das Schlüsselwort.

Die Beispiele stammen aus dem Lerntipp „Sperr dem Verstand eine Türe auf!



© Werner Stangl Linz 2019