Zum Thema ‘Lernorganisation’

Hier werden hilfreiche Tipps und Ratschläge versammelt, die das Lernen erleichtern können.



Hier werden hilfreiche Tipps und Ratschläge versammelt, die das Lernen erleichtern können.

Zeitprotokolle zur Organisation des Lernens



Bei der Organisation seiner Zeit ist es sehr hilfreich, ein Zeitprotokoll anzulegen, um einen genauen Überblick zu bekommen. Fertigen Sie eine Woche ein Zeitprotokoll an und notieren Sie genau, wieviel Zeit Sie für welche Tätigkeiten verwenden, von der Zeit vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Dabei sollte möglichst eine Woche gewählt werden, die den Alltag repräsentiert. Auch in vielen Arbeitsverhältnissen gibt es solche genauen Zeitprotokolle, nur dass man in diesem Fall von Zeiterfassung spricht. Dabei unterscheidet man die rein quantitative Messung, wie sie schon lange etwa mit Stechkarten durchgeführt wird, von der qualitativen Erfassung der einzelnen Tätigkeiten, bei der Tabellen entwickeltwerden, in denen jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter seine Tätigkeitsfelder wiederfindet. Zu detailliert sollte eine derartige Zeiterfassung aber nicht sein, denn sonst sind Vergleiche und Analysen nur schwer möglich. Ein solches Zeitprotokoll wird dann analysiert durch Kategorisieren der Tätigkeiten (z.B. Arbeiten, Essen, Schlafen, Besorgungen machen) und Berechnen der Zeit in den einzelnen Kategorien. Wofür wird die meiste Zeit verwendet und inwiefern entspricht es den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen? Gibt es Hinweise darauf, auf was man verzichten kann oder was man intensivieren will, um mehr Zeit für Dinge zu haben, die man gerne tut? Ist das Verhältnis zwischen Lernzeit und Freizeit angemessen?

Siehe dazu im Detail Arbeitszeit, Zeitplanung und Zeitmanagement.



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Sind Warm-Up-Übungen vor dem Lernen sinnvoll?



Vielen Menschen fällt es beim Lernen schwer, damit anzufangen, wobei man dazu gar nicht so müde sein muss. Diese Schwierigkeit, möglichst gleich nach dem Hinsetzen an seinen Arbeitsplatz mit dem Lärmen anzufangen, ist ganz natürlich und hat viele Ursachen. Zunächst einmal muss sich das menschliche Gehirn überhaupt auf Lernen einstellen. Es muss sich von dem lösen, was man vorher getan hat, ob das nun Mittagessen, Musikhören, Telefonieren oder auch Nichtstun war. Eine solche Umstellung kann nicht schlagartig erfolgen, sondern braucht ihre Zeit. Auch SportlerInnen beginnen nicht gleich mit ihrer Höchstleistung, sondern benötigen eine gewisse Aufwärmzeit. Auch beim Lernen benötigt man eine solche und sollte diese bewusst in seinen Arbeitsablauf einplanen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man in der ersten Viertelstunde verhältnismäßig wenig leisten kann, da sich unsere Gehirnleistung und unsere Konzentrationsfähigkeit nur allmählich steigert. Erst nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten erreicht die Leistungsfähigkeit den zum intensiven Lernen notwendigen Höchststand. Daher ist der Tipp, den manche geben, zuerst das Schwierigste bei den Hausaufgaben zu erledigen, um es dann leichter bzw. hinter sich zu haben, nicht besonders hilfreich, denn während dieser Aufwärmzeit muss sich unser Gehirn noch recht plagen, um auf Touren zu kommen.

Wenn man sich ein wenig beim Lernen beobachtet, merkt man dann auch sehr deutlich, dass man sich in diesen ersten Minuten besonders anstrengen muss aber trotzdem nur wenig weiterbringt. Diese Plagerei erzeugt dann manchmal nur einen gewissen “Frust”, der sich auch auf das Lernen nach dem Aufwärmen auswirken kann.

DFönaher sollte man für diese Aufwärmzeit einen geeigneten leichteren Lernstoff aussuchen, vielleicht einen Abschnitt aus einem Lehrbuch, den man nur durchlesen muss, oder auch eine Wiederholung, bei der man seine Notizen aus der Schule in Reinschrift bringt. Wenn man sich für diesen Lernstoff zum Aufwärmen auch noch persönlich interessiert und ihn einigermaßen interessant findet, um so besser ist es. Denn dann hat man das Gefühl, das man schön langsam ins Lernen und Arbeiten hineinkommt. Am Beginn der Hausaufgaben sollte daher immer die kurze Überlegung stehen, welcher Lernstoff oder welche Aufgabe sich für einen solchen Einstieg besonders gut eignet.

Übrigens verkaufen sogenannte Lernexperten fünfminütige Warm-Up-Gehirntrainigs, wobei es auf einer einschlägigen Internetseiten heißt, dass “das menschliche Gehirn durch nur 5 Minuten Gehirntraining auf die kommenden kognitiven Herausforderungen besser vorbereitet werden kann. So können Sie vor einer wichtigen Aufgabe, die Ihre volle Konzentration und Gehirnleistung erfordert, Ihren Geist in nur 5 Minuten aufwärmen und fit machen. Bringen Sie Ihr Gehirn auf Vordermann – mit dem Gehirntraining von *** haben Sie dabei einen zuverlässigen Partner an Ihrer Seite.” So richtig der Hinweis auf ein Aufwärmen auch ist, man sollte das nicht mit Inhalten machen, die nichts mit dem eigenen Lernen zu tun haben, sondern es ist günstiger, eine leichtere Aufgabe dafür zu verwenden.



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Hausmittel gegen Prüfungsangst



Prüfungsängste bei Kindern haben vielfältigen Ursachen, denn häufig werden Misserfolge auf persönliche Defizite bezogen, oder aber man geht von vornherein davon aus, dass man scheitern wird, was dann tatsächlich auch dazu führt, das diese Prognose eintritt. Oft sind auch ungünstige Lerntechniken ein Auslöser für die Prüfungsangst, vor allem die Aufschieberitis, die ein Lernen ohne Pause bis kurz vor der Prüfung notwendig macht, oder auch ein bestimmtes Verhalten der LehrerInnen können Gründe für die Entstehung von Stresssymptomen und somit Prüfungsangst sein. Nicht zuletzt lösen schulische Über- und Unterforderung Angst aus, genauso wie ein überhöhte Leistungsanspruch an sich selber oder von Seiten der Eltern. Wesentlich ist, dass man Angstgefühle nicht mehr grundsätzlich negativ bewertet, denn diese sind bis zu einem gewissen Grad normal. So kann es schon mit der Wissensvermittlung zum Thema Prüfungsangst gelingen, eine neue Sicht auf die eigenen Emotionen zu bekommen. Man muss sich etwa bewusst machen, dass Angst durchaus evolutionär notwendig ist, denn sie versorgt den Körper mit Energie und macht ihn leistungsbereiter. Wer das versteht, kann auch lernen, seine Körperreaktionen zu erkennen und damit die jeweilige Situation weniger dramatisch einzuschätzen. Letztlich ist das, was man über eine Situation denkt und wie man sie bewertet, verantwortlich für das Gefühl, das man dann damit verbindet.

Gegen Prüfungsangst kann man statt häufig eingesetzten Medikamenten auch einige bewährte Hausmittel einsetzen. Generell ist es wichtig, um die Prüfungszeit auf die Ernährung zu achten, wobei Vitamin B- und Vitamin C-reiche Kost, Magnesium und Kalium wichtig sind, wie sie etwa in Bananen, Ananas, allen Arten von Beeren, Paprika, Orangen, Brokkoli, Kiwi oder Studentenfutter anzutreffen sind, aber auch Schokolade oder Traubenzucker können für einen kurzen Energieschub unmittelbar vor oder während der Prüfung sorgen. Generell wichtig

  • Viel trinken, vor allem Wasser und Tee, keinesfalls Kaffee oder Energy-Drinks. Das gilt auch für die Modedroge Guarana, die zwar die Müdigkeit reduziert und in Maßen genommen eine vorübergehende Verbesserung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit bewirken kann, aber auf Grund ihrer längeren Wirkung – bis sechs Stunden – eher kontraproduktiv ist.
  • Vor der Prüfung ausreichend Schlafen etwa mit Hilfe von Hopfenzapfen, Melissenblättern oder Lavendel.
  • Ein guter Tipp ist übrigens, während des Lernens einen bestimmten Duft, den man mag, zu erzeugen, den man dann auch bei der Prüfung mit sich tragen kann.
  • Gegen einen nervösen Magen wirken Kamillenblüten, Koriander, Kreuzkümmel und Fenchelsamen.
  • Gegen Spannungskopfschmerz sind Tabletten aus Weidenrindenextrakt, ätherisches Kampferöl zum Einreiben gegen Muskelverspannungen.
  • Das bekannteste Mittel gegen Angstzustände ist Baldrian, das aber nicht nur beruhigend bei Nervosität und bei Einschlafstörungen wirkt, sondern Baldrianöl und -tee sind auch ein natürliches Antibiotikum und stimulieren die Verdauung.
  • Johanniskraut ist ein natürliches Antidepressivum, wobei es als Öl oder Tee angewendet werden kann, aber auch rezeptfrei in Tablettenform.
  • Hopfenzapfen (häufig als Extrakte oder Tee in Verbindung mit Melisse bzw. Baldrian) sind ein Mittel gegen Schlafstörungen, Unruhe und Angstzustände, helfen aber auch bei Magenbeschwerden und wirken gegen Appetitlosigkeit, die häufig vor Prüfungen auftritt.
  • Lavendel kann als Tee bzw. oder äußerlich als Öl angewendet werden und ist neben der schlaffördernden und beruhigenden Wirkung auch bei Atemwegserkrankungen oder Stoffwechselproblemen nützlich.
  • Melisse hat eine entkrampfende und beruhigende Wirkung auf den Magen und bei Herzklopfen, wirkt daher als mildes Beruhigungsmittel.
  • Rechtzeitiger Aufbau von Ritualen bzw. Erlernen von Entspannungsmethoden, um Prüfungsängste abzubauen und innere Stärke zu etablieren.

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© Werner Stangl Linz 2020