Zum Thema ‘Für Eltern’

Wir werden spezielle Tipps gegeben, wie Eltern ihren Kindern das Lernen erleichtern können.



Wir werden spezielle Tipps gegeben, wie Eltern ihren Kindern das Lernen erleichtern können.

Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch



Harris Cooper, Professor für Psychologie und Neurowissenschaften, hat in seinem Buch „The Battle over Homework“ seine Forschungen rund um das Thema Hausaufgaben niedergeschrieben. Dabei nennt er fünf Gründe, die gegen Hausaufgaben sprechen, weil sie Kindern die Kindheit und die Freude am Lernen nehmen, denn die Gehirne von Volksschulkindern sind noch nicht so weit entwickelt, als dass sie durch Hausaufgaben Selbstdisziplin und Eigenverantwortung entwickeln könnten. Man vergisst dabei, dass vor allem Volksschüler nur Kinder sind, die Zeit zum Spielen und Entdecken brauchen. Obwohl in diesem Alter Bewegung wichtig ist, sitzen Kinder oft Stunden bei Hausaufgaben. Dabei ist nach der Kindergartenzeit der Umstieg in die Volksschule, wo sie viele Stunden lang geduldig sitzen und sich auch noch konzentrieren müssen, Bewegung zum Lernen enorm wichtig. Die Konzentrationsfähigkeit in diesem Alter reicht einfach nicht aus, um dann auch noch zuhause an den Hausaufgaben zu arbeiten, denn außerhalb der Schule braucht ein Kind in erster Linie Erholung von der Anstrengung der Schule. Hinzu kommt, dass Kinder durch Hausaufgaben die Schule allein mit Anstrengung und einem negativen Gefühl verbinden. Oft leidet auch die Beziehung zwischen den Eltern und ihren Kindern darunter, und das meist langfristig, da nicht selten durch Hausaufgaben Konflikte entstehen.

Siehe dazu Eltern und Hausaufgaben und die Sinnhaftigkeit von Hausaufgaben.



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Einmaleins-Dreiecke nicht nur zum Multiplizieren lernen!



Übrigens fand sich die Dreiecksmethode der auch auf einer Website, die dazu schreibt: “ Liebe Eltern, der Schulerfolg Ihres Kindes fordert Ihnen viel ab. Meistens ist es nicht damit getan, am Nachmittag mal kurz einen Blick auf die Hausaufgaben zu werfen. Hoher persönlicher Einsatz ist gefragt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Lernen des Einmaleins. Nahezu selbstverständlich wird erwartet, dass Sie als Eltern das kleine Einmaleins zu Hause mit Ihrem Kind trainieren, bis es reibungslos klappt. Wie viel Einsatz und Zeit dabei notwendig sind, bekommen die Lehrer oft überhaupt nicht mit. Generationen von Eltern haben mit ihren Kindern bereits unermüdlich die Reihen des kleinen Einmaleins geübt. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Eltern keine Pädagogen sind und sich in das Thema erst einarbeiten müssen. Dabei sind die Rechnungen an sich nicht das Problem, sondern die Vermittlung und das Üben. Viele Eltern wenden viel Energie dafür auf, ansprechendes Lernmaterial für ihr Kind zu finden. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld.“
Daher gibt es auf dieser Site einen Gratis-Download: „Mit dem Einmaleins-Dreieck zum Mathe-Champion. Mit dieser einfachen Methode lernt Ihr Kind beim Basteln das 1×1. Diese kreativen „Einmaleins-Dreiecke“ hat unser Lernförder-Team extra nur für Sie erstellt und an zahlreichen Schulen erprobt & erfolgreich getestet!“ Und dann: „Auf diese Idee ist sonst noch keiner zuvor gekommen!“
Übrigens: Die dort empfohlenen Dreiecke sind gleichseitig, während unsere gleichschenkelig sind, was natürlich seinen Grund hat, denn damit lernt man nicht nur das Multiplizieren sondern auch das Dividieren! Diese Dreieck-Methode eignet sich nämlich auch für das Erlernen bzw. Üben des Kleinen Einmaleins, wobei man in diesem Fall mit dem Daumen nicht den Faktor verdeckt, sondern das Produkt im rechten Winkel!

Siehe dazu Dividieren lernen durch die Dreieck-Methode!



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Konzentration bei Kindern breiter gestreut



Die Aufmerksamkeit von Kindern ist ist wesentlich breiter gestreut, während sich Erwachsene eher auf Wichtiges konzentrieren, d. h., Erwachsene konzentrieren sich auf etwas, das sie für wichtig halten, doch Kinder ignorieren nichts, sie registrieren alles in ihrer Umgebung und können so in bestimmten Lernsituationen bessere Leistungen erbringen als Erwachsene. Eine aktuelle amerikanische Studie belegt dies. Blanco & Sloutsky (2019) testeten die Aufmerksamkeit von Erwachsenen sowie von 4- und 5-jährigen Kindern, indem sie Informationen, die zu Beginn des Experiments irrelevant waren, plötzlich für eine zu erledigende Aufgabe wichtig werden ließen. Erwachsenen fiel es schwer, sich anzupassen, weil sie keine Informationen lernten, die sie für unwichtig hielten, Kinder hingegen konnten diese überraschende Herausforderung schnell bewältigen, weil sie nichts ignoriert hatten. Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass Kinder dazu neigen, ihre Aufmerksamkeit breit zu fächern, während Erwachsene selektiv aufmerksam sind und sich auf Informationen konzentrieren, die sie für am wichtigsten halten. Vermutlich gehört eine weit gestreute Aufmerksamkeit für kleine Kinder zum Entwicklungsprozess, denn wenn sie auf alles achten, sammeln sie mehr Informationen, die ihnen helfen, mehr zu lernen.

Literatur

Blanco, N. J. & Sloutsky, V. (2019). Systematic Exploration and Uncertainty Dominate Young Children’s Choices. Developmental Psychology, doi:10.31234/osf.io/72sfx.


Ein unfreiwillig komisches Beispiel für die Konzentrationsfähigkeit von Kindern gab einmal ein Mädchen in einem Youtube-Video, das vorgab, in diesem selbsterstellten Video „Lerntipps“ zu geben. In der Zwischenzeit wurde dieses Video und weitere Videos, die ähnlich kurios waren, von den Protagonistinnen entfernt, wofür man ihnen dankbar sein muss!


Dafür gibt es eine Sammlung empfehlenswerter Bücher zum Thema „Konzentration„. Besonders empfehlenswert ist das Marburger Konzentrationstraining (MKT) für Schulkinder, das nun nach zehn Jahren in neuer Form erschienen ist. Inzwischen wurde es bei zehntausenden von Kindern durchgeführt und hat zur Zeit fast dreitausend zertifizierte TrainerInnen. Damit ist es das in der Praxis am häufigsten eingesetzte Training in der Therapie von AD(H)S-Kindern, doch auch alle anderen Kinder, die Aufmerksamkeitsdefizite zeigen, profitieren vom Marburger Konzentrationstraining. Vor allem ist dieses Training bei Kindern als Kurzintervention außerordentlich beliebt, weil es effektiv, lustig und attraktiv ist. Die neue Fassung ist auch eine Ergänzung für BenutzerInnen, die bisher damit gearbeitet haben, doch auch Neueinsteiger werden von der Benutzerfreundlichkeit der neuen Mappe profitieren. Die Methode und der Einsatz der Methode haben sich aber nicht verändert, wobei die Mappe detaillierte Stundenabläufe, neue attraktive Vorlagen, bunte Wimmelbilder, Hinweise zur Elternarbeit und im Schwerpunkt vor allem sehr viele praktische Tipps, Anleitungen und attraktive Spiele für die Durchführung enthält.


Empfehlenswerte Bücher zur Konzentration



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© Werner Stangl Linz 2019