Das Gehirn versucht permanent, Sinneseindrücke zu prognostizieren, und nur bei einem Zutreffen seiner Voraussagen, kann es die tatsächlich eintreffenden Reize wirklich gut verarbeiten. Sind die Inputs hingegen völlig neu und daher fremd, benötigt das Gehirn zu der Verarbeitung deutlich mehr Ressourcen, in der Hauptsache Zeit. Wenn man demnach mit einer bestimmten Erwartung an eine Aufgabe herangeht und dabei seine Augen nur für genau diese Dinge offen hält, dann wird man auch nur die Dinge wahrnehmen. Das kann jeder bestätigen, der etwas sucht. Liegt diese Sache nicht an dem erwarteten Ort, dann wird sie schlicht übersehen. Beim Suchen nach Neuem sollte man daher offen bleiben und seinen nach außen projizierten Erwartungskorridor nur als eine Möglichkeit zu sehen, um für Abweichungen offen zu beleiben und diese zu erkennen, und erst nach jedem Iterationsschritt die Erwartungen neu anpassen. Das menschliche Gehirn arbeitet somit am schnellsten, wenn es keine allzu großen Überraschungen gibt. Für kreative Arbeit bedeutet das etwa, schon die ersten, vagen Gedanken in sein Moleskine aufzuschreiben und in Iterationsschritten sich dem Thema annähern. Diese Methode ist dem reinen Hypothetisieren überlegen, da es dem Gehirn das schon einmal Gedachte erneut als Reiz präsentiert, sodass er durch eine Art Prognoseprozessor im Gehirn weiter verarbeitet werden kann. Man bearbeitet also besser immer wieder die Unterschiede zu dem Vorhandenem und in die Zukunft Projiziertem, anstatt jedes Mal eine Neuschöpfung zu vollziehen.
Archiv für die Kategorie „Grundlagen des Lernens“
Kreativität mit einem Moleskine
Sonntag, 14. März 2010Einfach zum Nachdenken …
Samstag, 14. November 2009Wenn man Lernumgebung schaffen will, die genau dem Gegenteil von dem entspräche, worin unser Gehirn gut ist, würden man wahrscheinlich so etwas wie ein Klassenzimmer konstruieren.
John Medina
[Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=uYoyKUgkCPI]
Erfolgreiche Motivation beim Lernen
Sonntag, 13. September 2009Beim Lernen ist eines der wichtigsten Dinge die Motivation – ohne diese macht es keinen Spaß, sich an einem schönen Tag zum Lernstoff zu setzen. Daher sollte man sich vor jedem Lernen mit den Motiven beschäftigen, die einen zum Lernen bringen. Hier die wichtigsten Punkte, die man dabei beachten sollte:
• Erkenne den Sinn des zu lernenden Stoffs.
• Mache dir deine Ziele klar und behalte sie im Auge.
• Teile dein Hauptziel in mehrere kleine und ebenso konkrete Zwischenziele ein.
• Führe dir deine Teilerfolge vor Augen, und nimm dir die Zeit dich auch darüber zu freuen.
• Versuche möglichst viele verschiedene Motive zur Verstärkung der Motivation einzusetzen.
• Nutze auch extrinsische Anreize zur Motivationsverstärkung, z.B. durch Belohnung.
• Meide Motivationsstörungen.

