Zum Thema ‘Buchempfehlung’

Empfehlungen für Bücher, die das Lernen erleichtern können.



Empfehlungen für Bücher, die das Lernen erleichtern können.

Prokrastination – Aufschieberitis



Soeben ist ein neues Buch erschienen, das sich mit dem allseits bekannten Thema Prokrastination beschäftigt – auf deutsch: Aufschieberitis: “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin”. Der psychologische Begriff für Prokrastination” (pro lat.: für, cras lat.: morgen) und bezeichnet die Unfähigkeit zur Selbstregulation, die problematisch wird, wenn das Aufschieben den Alltag bestimmt und zum psychologischen Problem wird. Grund ist ist selten der eigene Perfektionismus, sondern eher die Angst, den Erwartungen anderer nicht zu entsprechen, wobei durch neue Aufgaben die Zeit natürlich immer knapper wird und ein Teufelskreis beginnen. Die beiden AutorInnen wollen vielen Menschen eine Stimme sein, “die zwischen den verhärteten Fronten der überfleißigen Arbeitstiere und der allesablehnenden Faulenzer leben. Wir möchten uns durchaus nützlich machen – aber zu unseren Bedingungen.” In einer Ausgabe der ZEIT Campus hat die Autorin Kathrin Passig unter der Überschrift “Aufschieben ist auch arbeiten” darüber geschrieben, dass Sascha Lobo (ihr Co-Autor) eine “faule Sau” sei und sie darum eigentlich nie mit ihm zusammen arbeiten wollte.
Hans-Werner Rückert meint in seinem Buch, dass Aufschieben manchmal zur Sucht wird. Es gibt Kommunalpolitiker, die ständig neue Projekte anschieben und überall anzutreffen sind – dabei haben sie seit zehn Jahren nichts mehr richtig erledigt. Die müssen immer etwas Neues beginnen, um sich von den alten Baustellen abzulenken. Diese Menschen hängen an solchen Verhaltensweisen wie Alkoholiker an der Flasche. Aufschieberitis kann zu Angstzuständen und Depressionen führen und wenn mein bei körperlichen Beschwerden eine ärztliche Untersuchung aufschiebt, kostet das Vermeidungsverhalten schlimmstenfalls sogar das Leben. Angst spielt beim Aufschieben oft die entscheidende Rolle: die Furcht, sich mit einer schlechten Arbeit zu blamieren oder beim Chef mit dem Wunsch nach mehr Gehalt abzublitzen; die Angst vor dem Alleinsein oder zu viel Nähe; aber auch vor Erfolg. In der Psychologie wird zwischen starken und schwachen Intentionen unterschieden. Eine Faustregel besagt, dass Menschen nur Sachen machen, die mindestens zu 70 Prozent mit guten Gefühlen verbunden sind. Erreichet man diese Quote nicht, wird es kritisch. Oft erscheinen die Folgen des Aufschiebens erträglicher als jene, die mutmaßlich eintreten könnten, wenn man ein Vorhaben realisiert. Zudem wirkt das Hinauszögern wie eine Belohnung, denn dadurch, dass man etwas anderes erledigt, beschenkt man sich für die Flucht vor der eigentlichen Aufgabe. Das sitzt dann relativ schnell, denn das Gehirn ist darauf ausgerichtet, Belohnungen zu registrieren. Aber die einige Lösung ist, sich das Leben eine bestimmte Zeit lang schwerer zu machen, damit es nachher leichter fällt.
Viele Menschen haben oft tiefer sitzende Probleme, die zum Aufschieben führen, etwa eine Depression, übertriebenen Perfektionismus oder schlicht Angst vor der Beurteilung. Aufschieben ist nach einer repräsentative Studie der Pädagogischen Hochschule Freiburg unter StudentInnen weit verbreitet, denn 58 Prozent schieben regelmäßig Arbeit vor sich her, 60 Prozent weichen ihr aus, indem sie stattdessen etwa Fenster putzen oder telefonieren. Dabei ist Fensterputzen eine ziemlich gefährliche Angelegenheit, wie man an diesem klassischen Film sehen kann:

[Quelle: https://youtu.be/L61qGUP7R6c]

Es gibt einige Methoden, um die Aufschieberitis besser in den Griff zu bekommen.

  • Reflektieren: Im ersten Schritt müssen AufschieberInnen ihr Problem erkennen. Dazu sollten sie sich zuerst einmal einige Fragen stellen: Warum schiebe ich auf? Was befürchte ich? Was wünsche ich mir? Außerdem sollten StudentInnen sich überlegen, ob ihnen ein Ziel wirklich wichtig ist. Unter Umständen kann es besser sein, eine Sache aufzugeben, statt sie jahrelang mit sich herumzuschleppen und sich damit zu quälen.
  • Motivieren: „Ein Mensch tut nur dann etwas, wenn es überwiegend mit positiven Gefühlen verbunden ist, denn der Gedanke „Ich muss lernen” bringt niemanden weiter. StudentInnenen sollten sich vielmehr „Ich will lernen” sagen und sich vor Augen halten, was ihre Gründe dafür sind. Außerdem dürfen sie nicht zu viel von sich verlangen, denn man sollte nicht an jedem Tag hundert Prozent Leistung von sich erwarten, denn auch zwanzig Prozent Fortschritt sind besser als nichts.
  • Planung: Wenn der Berg an Arbeit einfach zu groß ist, dann muss man ihn in Etappen überwinden. Dazu sollten StudentInnen eine Aufgabe in kleine Schritte zerlegen, wobei man diese sich am besten aufschreibt oder diese Schritte auf große Bögen Packpapier alt und diese an die Wand hängt. So kann man immer wieder an den Plan herantreten und einen Schritt abhaken, wobei solche kleinen Erfolge helfen, den nächsten Schritt anzugehen.
  • Verbildlichen hilft beim Planen, sich die ausstehende Arbeit genau vor dem inneren Auge vorzustellen, denn je konkreter man sich die Arbeit vorstellt, desto eher setzt man es auch wirklich in die Tat um.
  • Abschirmen: Während der Lernzeit stellen StudentInnen ihr Handy am besten auf lautlos, wobei es auch sinnvoll ist. auch den WLAN-Empfang des Laptops zum Surfen im Internet abzuschalten und sich in die hinterste Ecke der Bibliothek zu verkriechen, denn jede kleine Störung kann einen komplexen Gedankengang abreißen lassen.
  • Begrenzen: Oft nimmt man sich vor, acht oder neun Stunden zu arbeiten, schafft dann aber doch nur eine. Man sollte daher seine Arbeitszeit von Anfang an auf diese eine Stunde begrenzen, und erst wenn man es schafft, diese Stunde effektiv zu nutzen, kann man die Arbeitszeit in den nächsten Tagen erhöhen, jedes Mal höchstens um zwanzig Prozent. Dadurch entsteht das Gefühl, dass Arbeitszeit etwas Kostbares ist, das man nutzen möchte.
  • Austricksen: Wer sich partout nicht zum Lernen aufraffen kann, sollte sich nur zehn Minuten Arbeitszeit vornehmen, aber mit der Option, danach aufhören zu dürfen. Meist arbeitet man dann nämlcih doch länger, weil die erste Hemmschwelle überwunden ist.

Zeitmethode gegen Aufschieben

Psychologen raten, um Schluss mit dem ewigen Aufschieben zu machen, einmal zu akzeptieren, dass man ab und an einmal Dinge verschieben muss, was völlig normal ist. Kritisch wird es erst, wenn man gewohnheitsmäßig und auch unnötigerweise Vorhaben um Tage, Wochen oder gar Jahre hinauszögert, die man selbst als wichtig, vorrangig oder termingebunden einstuft. Darunter leidet allmählich das Selbstwertgefühl, denn je öfter man Dinge aufschiebt, desto häufiger fühlt man sich schlecht, wobei man im schlimmsten Fall durch das ständige Aufschieben depressiv werden kann. Es empfiehlt sich daher, Aufgaben nach Prioritäten zu organisieren, umfangreiche Aufgaben in mehrere Teilschritte zu zerlegen, sich selbst eine Belohnung in Aussicht zu stellen, wobei das muss nichts Großes sein muss. Wirkungsvoll ist auch die Zeitmethode, bei der man konkret eine bestimmte Aufgabe dadurch konkret, indem man jetzt genau eine Stunde an dieser Sache arbeitet, wobei das Ziel dieser Methode ist, überhaupt erst einmal anzufangen, auch wenn man in einer Stunde die Arbeit nicht ganz erledigen kann, aber ein Anfang ist gemacht.


Übrigens: Es gibt auch die Präkrastination bzw. Vorzieheritis.


Begriffe: Alkoholismus und aufschieberitis

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Lernen, Motivation und Emotion für Studierende



Das Lehrbuch “Lernen, Motivation und Emotion” enthält die wichtigsten psychologischen Theorien und Konzepte aus den Bereichen Lernen, Motivation und Emotion, und ist speziell für Studierende konzipiert, die sich einen starken Praxisbezug wünschen.

Denn es ist schon erstaunlich, was Menschen so alles im Laufe der Zeit lernen wie etwa Fahrradfahren. Was manchen vielleicht heute ganz selbstverständlich erscheint, war irgendwann einmal eine kaum lösbare Aufgabe, denn man musste Schritt für Schritt lernen, das Gleichgewicht zu halten, gleichzeitig in die Pedale zu treten und dann auch noch den Lenker so zu halten, dass man in die gewünschte Richtung fährt. Menschen lernen aber nicht nur durch Übung sondern einfach auch dadurch, dass sie bestimmte, womöglich nur einmalige Erfahrungen gemacht haben. So kann es ausreichen, ein einziges Mal mit der Hand eine heiße Herdplatte berührt zu haben, um das in Zukunft ein für alle Mal zu vermeiden.

Didaktik, Klausurfragen, digitale Zusatzmaterialien und Zusammenfassungen stellen auch eine optimale Grundlage für das Verstehen des Lehrstoffes und die Prüfungsvorbereitung im Bereich der Allgemeinen Psychologie dar.

Durch zahlreiche Anwendungsbeispiele, eingebundene Audioclips und Online-Zusatzmaterialien ist es in einzigartiger Weise anwendungsorientiert und weckt dadurch Lust, das Gelernte gedanklich weiterzuentwickeln und in verschiedensten Kontexten umzusetzen.



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Weitere Tipps zum Schulanfang



Raman Mehrzad schrieb ein Buch mit Lerntipps: Eins plus – Der ultimative Guide für mehr Lernerfolg. In seinem Buch gibt er Schülerinnen und Schülern motivierende Anleitungen, die vom Umgang mit Lehrerinnen und MitschülerInnen über die Analyse von Prüfungen, das Erstellen von Präsentationen bis zum Lernen einer Sprache reicht. Für den Schulbeginn hat er folgende zwanzig Tipps, wobei seine Tipps ein wenig von den üblichen Anleitungen zum leichteren Lernen abweichen und direkt aus der Schulpraxis abgeleitet sind:

  • Glaub an dich! Du musst nicht der Cleverste der Welt sein, um gut in der Schule zu werden. Ich bin auch kein Einstein, trotzdem habe ich mit meinem Notendurchschnitt einen Schulrekord aufgestellt. Wenn ich das kann, kannst du das auch!
  • Kämpfe! Du kannst gute Noten nur bekommen, wenn du dafür kämpfst. Du kannst nicht erfolgreich sein, indem du dich zurücklehnst und alles im letzten Moment machst. Doch wenn du hart arbeitest, kann dich niemand stoppen.
  • Überwinde die Faulheit! Faulheit ist nur ein Gefühl, das sich überwinden lässt. Sobald sich etwas anstrengend anfühlt, solltest du dir sagen: Das ist nur vorübergehend. Ich werde nicht zulassen, dass es meine Zukunft zerstört.
  • Denk positiv! Du kannst selbst entscheiden, was in deinem Gehirn passiert. Befreie deine Gedanken an die Schule von allem Negativen und denke positiv. Dann bekommst du die Energie, die du brauchst, um gute Noten zu erreichen.
  • Motiviere dich! Motivation bringt dir einen inneren Antrieb. Du findest sie, indem du deine Belohnung siehst: Du wirst erfolgreich sein und Anerkennung bekommen.
  • Weg mit den Zeitfressern! Beobachte, was du den ganzen Tag so tust. Versuche, langsam aber sicher unnötige Dinge wegzulassen, die nur Zeit fressen und keinen Wert haben.
  • Wähle kleine Ziele. Zerlege dein Ziel, durch gute Noten ein schönes Leben zu haben, in Teilziele. Überlege dir, was du für diese Teilziele brauchst und unterteile jedes größere davon in kleinere.
  • Mach dir einen Plan! Ein guter Plan reduziert Stress und lässt dir Zeit für Vergnügen. Schreib deinen Plan auf, aktualisiere ihn laufend und leg ihn so hin, dass du ihn immer siehst.
  • Schwätz nicht! Mach dir bewusst, dass der Unterricht für dich da ist. Wenn du aufmerksam bist, sparst du Zeit. Heb dir das Reden für nach der Stunde auf, damit du nichts Wichtiges versäumst.
  • Stell Fragen! Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. Die meisten Lehrerinnen und Lehrer schätzen wissbegierige Kinder.
  • Bereite dich vor! Besonders auf den Unterricht in Fächern, in denen du schwerer mitkommst. So verstehst du besser, wovon dein Lehrer oder deine Lehrerin spricht.
  • Sei freundlich! Wenn die Chemie zwischen dir und einem Lehrer oder einer Lehrerin nicht stimmt, kannst du dich trotzdem respektvoll und höflich verhalten.
  • Such dir den richtigen Freundeskreis! Deine Freundinnen und Freunde beeinflussen dich. Such dir die Ehrgeizigen und Klugen aus, die eine gute Einstellung zur Schule haben. Sie bringen dich auf dem Weg zu guten Noten weiter.
  • Sei auf Krisen gefasst! Krisenzeiten gibt es während eines Schuljahres immer wieder. Du musst darauf gefasst sein und das Beste aus der Situation machen.
  • Weg mit Computer und Handy! Entferne beim Lernen den Computer und das Handy, damit du deinen Fokus behältst.
  • Mach beim Lernen Pausen! Dein Gehirn braucht sie, um sich erholen zu können.
  • Überwinde dich! Tu es immer, wenn du glaubst, du kannst nicht mehr. Denk an deine Ziele. Du bist hier, um es zu schaffen.
  • Achte auf deinen Lebenswandel! Mach Sport, iss wertvolle Nahrung, nicht nur Junkfood, schlaf ausreichend.
  • Richte deinen Blick auf das Unmögliche! Wenn du dir die Latte hoch legst, macht es nichts, wenn du eine oder ein paar Handbreiten darunter landest. So erreichst du das höchste Maß des Möglichen.
  • Sei dankbar! Denk daran, welches Luxusleben du führst! Du kannst all deine Zeit dem Lernen und dem Aufbau deiner Zukunft widmen, und wenn du es tust, sind auch noch deine Eltern und deine Lehrerinnen und Lehrer glücklich.

Zwar findet man diese Tipps in ähnlicher Form auch in unseren eigenen Lerntipps, allerdings appellieren einige stärker an die Persönlichkeit von SchülerInnen, die vermutlich nur langfristig umsetzbar scheinen!



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© Werner Stangl Linz 2020