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Familiäre Bedingungen von Schülerleistungen

Sonntag, 21. Februar 2010
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In den USA existieren Studien über die Auswirkung von familiären Bedingungen auf Schülerleistungen seit den 60er Jahren. Diesen Auswertungen zu Folge sind folgende Bedingungen für höhere Schulleistungen förderlich: leistungsbejahende Elternwerte, hohe Elternerwartungen, autoritativer Erziehungsstiel sowie ein stimulierendes familiäres Umfeld. Markus P. Neuenschwander von der Universität Zürich und Stefanie Goltz, Erziehungsberaterin in Bern, wollten mit ihrer Untersuchung feststellen, ob sich diese Zusammenhänge auf die Schulsituation in der Schweiz übertragen lassen (vgl. Goltz & Neuenschwander, 2008, S. 265).
Neben den klassischen Erziehungsstilen (kontrollierend, strukturiert, Autonomie fördernd, zuwendungsorientiert) werden Familien häufig nach ihrer pädagogischen Orientierung eingeteilt. Hier existieren folgende vier Familientypen: fördernde Familien, leistungsorientierte Familien, wachsenlassende Familien, sowie vernachlässigende Familien. Alle Familientypen haben eine unterschiedliche pädagogische Haltung, was wiederum zu unterschiedlichen Schülerleistungen und deren Leistungsentwicklungen führt (vgl. Goltz & Neuenschwander, 2008, S. 266).
Höhere Schichten investierenmehr in die Leistungsförderung ihrer Kinder als finanziell schlechter gestellte Familien. Beim Geschlecht gibt es die allgemeine Hypothese, dass Schüler besser in Mathematik und Schülerinnen besser in Deutsch sind (vgl. Goltz & Neuenschwander, 2008, S. 276).
Neuenschwander und Golz wollten mit ihren Untersuchungen herausfinden, ob die oben genannten Studien tatsächlich auf die Schüler und Schülerinnen in der Schweiz zutreffend sind. Folgende fünf Hypothesen wollen sie daher überprüfen:
1. Ein förderndes Familienumfeld wirkt sich positiv auf die Schülerleistung aus.
2. Die pädagogische Orientierungen der einzelnen Familientypen beeinflussen die Leistungsentwicklung der Schüler und Schülerinnen.
3. Die soziale Schicht bestimmt die pädagogische Orientierung.
4. Die pädagogische Orientierung vermittelt zwischen der Schichtzugehörigkeit der Familie und der Schulleistung.
5. Schüler erzielen bessere Leistungsergebnisse in Mathematik und Schülerinnen erreichen bessere Leistungsergebnisse in Deutsch (vgl. Goltz & Neuenschwander, 2008, S. 267).
Die Stichprobe ist für den deutschsprachigen Kanton Bern repräsentativ. Zwei bis drei Klassen von insgesamt 26 städtische und ländliche Schulen wurden befragt. Die Untersuchung fand sowohl in der 6. Klassenstufe (Altersdurchschnitt betrug 11,9 Jahre), als auch in der 8. Klassenstufe (Altersdurchschnitt betrug 13,0 Jahre) statt. Die Schüler und Schülerinnen der 6. Klassenstufe wurden in der 9. Klasse wiederholt befragt. Insgesamt wurden 1151 Schüler und Schülerinnen befragt. Neben der Schülerbefragung fand eine Elternbefragung mittels standardisiertem Fragebogen statt. Die Rücklaufquoten, der von den Erziehungsberechtigten ausgefüllten Fragebögen, betrugen zwischen 85 % und 89 % (vgl. Goltz & Neuenschwander, 2008, S. 267).
Es wurden drei Ermittlungsmethoden verwendet. Der Schülerfragebogen sollte den Erziehungsstil der Eltern ermitteln. Dazu wurden den Schülern Fragen, wie die folgende vorgelegt: „Wenn ich etwas getan habe, was meinen Eltern nicht gut finden, weiß ich schon vorher, wie sie reagieren werden“ (Goltz & Neuenschwander, 2008, S. 268). Das zweite Instrument, der Elternfragebogen, ermittelte drei Variablen: Hilfestellung bei Hausaufgabensituationen (wie häufig helfe ich meinen Kindern bei der Hausübung), die Bildungserwartungen der Eltern an die Kinder (welche Abschlüsse sollen meine Kinder einmal haben), sowie die soziökonomische Situation der Familie (durch die Berufsangabe der Eltern). Das letzte Instrument war der Leistungstest, der aus einem Deutsch und einem Mathematiktest bestand. In dem Schulfach Deutsch wurden u.a. das Hörverstehen, die Textproduktion und das Leseverständnis festgestellt. Im Schulfach Mathematik beinhalteten der Test u.a. das Vorstellungsvermögen und die Mathematisierungsfähigkeit. Die beiden Tests entsprachen dem Lehrplan im Kanton Bern (vgl. Goltz & Neuenschwander, 2008, S. 268).
Mit Hilfe der linearen Korrelation (beschreibt den linearen Zusammenhang zwischen Variablen) untersuchte man als erstes den Zusammenhang zwischen Familientypen und den Leistungstestergebnissen. Mit einer geringen Ausnahme korrelierten alle pädagogischen Orientierungen mit den Leistungen in Deutsch und Mathematik. Somit war die erste Hypothese bestätigt. Zur wiederholten Überprüfung von Hypothese eins und zur Bestätigung von den restlichen Hypothesen wurden neben der Variable Familientyp die Faktoren Geschlecht und die Interaktion Familientyp mal Geschlecht, sowie der sozio-ökonomische Status miteinbezogen. Mit Hilfe einer Clusteranalyse (Gruppen (=Cluster) mit ähnlichen Eigenschaften werden zusammengefügt) wurde bestätigt, dass Schüler bessere Ergebnisse in Mathematik erzielen und Schülerinnen bessere Ergebnisse in Deutsch. Somit war auch Hypothese fünf bestätigt. Um Hypothese zwei zu hinterfragen wurden die ehemaligen Schüler und Schülerinnen der 6. Klassen in den 9. Klassen wiederholt befragt. Es zeigte sich, dass die pädagogische Orientierung die Leistungsentwicklung im Zeitraum von vier Jahren beeinflusste. Dadurch konnte Hypothese zwei ebenfalls als bestätigt angesehen werden. Ein weiterer Vergleich veranschaulichte den Zusammenhang zwischen den sozialen Schichten der Familien und den pädagogischen Orientierungen. So befinden sich Schüler und Schülerinnen aus höhern Schichten eher in fördernde Familien. Diese Tatsache belegte somit Hypothese drei. Nach Einbezug der Familientypen wurde festgestellt, dass soziale Schichten die Leistungen in Mathematik und Deutsch signifikant beeinflussten. Hypothese vier war somit ebenfalls bestätigt (vgl. Goltz & Neuenschwander, 2008, S. 270ff).

Verwendete Literatur
Goltz, S. & Neuenschwander, M.P. (2008). Familiäre Bedingungen von Schülerleistungen: ein typologischer Ansatz. Psychologie in Erziehung und Unterricht, 55, 265-275.

Tipps für Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten

Dienstag, 11. August 2009
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Das Projekt „Bildung – Studium – Beruf“ befasste sich seit Juli 2007 mit dem Berufseinstieg von AbsolventInnen des Instituts für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universität Graz. Das Ziel war die Erleichterung des Übergangs vom Studium in den Beruf, die Verdeutlichung möglicher Berufsfelder sowie der benötigten Kompetenzen für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Es wurde im Frühjahr 2008 eine AbsolventInnenstudie sowie eine quantitative Befragung aller Studierenden des Instituts für Erziehungs- und Bildungswissenschaft durchgeführt. Weiters wurden im Herbst 2008 PersonalistInnen unterschiedlicher Unternehmen und Organisationen hinsichtlich ihrer Kriterien für die Anstellung von Pädagogik-AbsolventInnen mittels qualitativer Interviews befragt. Daraus ergaben sich folgende Anregungen für Studierende und AbsolventInnen, die wohl auch für andere Lehramtsstudierende gelten können:

  • Früh genug beginnen, Praxis zu sammeln und herausfinden, in welchem Bereich man arbeiten will
  • Das Studium alleine ist den meisten PersonalistInnen zu wenig, auch wenn jemand in oder unter Mindestzeit studiert hat, daneben aber keinerlei Erfahrung gesammelt hat
  • Möglichst offen sein für unterschiedliche Bereiche und trotzdem das eigene Profil mittels Zusatzqualifikationen schärfen
  • Selbstbewußter Umgang mit erlernten Kompetenzen

Von den Personalisten werden folgende Tipps gegeben:

  • Nicht von vornherein nur an die klassischen pädagogischen Bereiche denken; vor allem mit dem Studienschwerpunkt „Weiterbildung“ kann man nach dem Abschluss in sehr unterschiedlichen Bereichen Fuß fassen
  • Auch eine Selbständigkeit kann reizvoll sein – gute Möglichkeiten als BeraterIn/Coach
  • auch in den pädagogischen Bereichen eröffnen sich ständig neue Arbeitsfelder, beispielsweise Erlebnis- und Freizeitpädagogik, Geragogik, Neue Medien,..

Sie nennen auch wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten:

  • Wirtschaftskenntnisse: im Personalbereich und Unternehmensberatung, aber auch in EB/WB; vor allem auf Managementebene
  • Juristische Kenntnisse: Personal- und Unternehmensbereich, Arbeits-/Berufspädagogik
  • Fremdsprachen und EDV: werden noch am ehesten in der EB/WB und Personal- und Unternehmensbereich betont
  • Psychologische Kenntnisse: vor allem in Sozialpädagogik sowie Heil- und Sonderpädagogik von Vorteil
  • Beratungsmethoden: Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung/Weiterbildung
  • Zusatzqualifikationen: TrainerInnenausbildung, Beratungsausbildung, Projektmanagement, Ausbildungen mit wirtschaftlichen Schwerpunkt

Quelle:

http://www.uni-graz.at/

tipps_fuer_den_berufseinstieg_fuer_paedagoginnen.pdf (09-08-08)

Lernkartei unbedingt selbst erstellen

Donnerstag, 2. Juli 2009
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iIm Handel oder im Internet kann kann man heutzutage die beliebtesten 1000 Vokabeln für Business English, den kompletten französischen Wortschatz für ein ganzes Schuljahr oder die nützlichsten Redewendungen für den Italienurlaub erwerben. Dieses völlig kontextfreie Lernen von irgendwelchen Vokabeln ist jedoch äußerst mühsam, denn Lernstoff, der für einen Menschen keine Bedeutung hat, wird nur sehr schlecht nachhaltig eingeprägt, während etwa neue Wörter bei einer Arbeit oder einem Urlaub ungleich besser behalten werden. Ganz abgesehen davon, dass das automatische Lernen auch wenig Spaß macht und nur als Pflicht betrachtet wird. Daher sollte man die zu lernenden Vokabeln mit möglichst viel persönlichem Sinn und individueller Bedeutung aufladen, was man am besten dadurch erreicht, indem man sich neue Vokabeln auf den Kärtchen der Lernkartei selbst erarbeitet, denn je mehr man mit einer Vokabel “arbeitet”, desto besser bleibt sie im Gedächtnis verankert. Das ist übrigens auch das Geheimnis von Eselsbrücken und witzigen Beispielsätzen für besonders hartnäckige Vokabeln, die man sich unbedingt selbst ausdenken sollte.

Im DUDEN-Schülerlexikon fand sich eine Aufgabenstellung, die sich des Systems der Lernkartei bedient: “Stell dir vor, es ist Freitag. Am Montag schreibst du einen Vokabeltest zu 50 neuen Englischvokabeln. What to do?” Folgende vier Schritte werden dann vorgeschlagen:

  • Teil die 50 Vokabeln in Zehnerblöcke.
  • Schreib jeden Zehnerblock auf einen Zettel oder eine Karteikarte. Diese Karten nimmst du am Wochenende immer mit.
  • Ab jetzt gilt es, Zeitlücken zu nutzen: 1 Zeitlücke = 1 Zehnerblock lernen. Zum Beispiel vor dem Abendessen, beim Haareföhnen, im Bus, in der Werbepause beim Fernsehen.
  • Am Sonntagabend alles nochmal wiederholen und das alles ohne Freizeitverluste.

Daher sind selbst verfertigte Lernkarteikarten, die man bequem in der Hosentasche mit sich tragen kann, allen diversen Computerprogrammen überlegen, mit Ausnahme vielleicht von solchen, die auch auf einem Handy funktionieren wie memoCARD von Reinhold Vogt: http://www.memocard.de/ oder der MiniPauker
Siehe dazu Die Lernkartei