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Effizientes Vokabellernen durch multisensorische Gestik


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    Die Nutzung von Gesten beim Einprägen von neuem Vokabular oder Fachtermini ist eine hocheffektive Methode, die lediglich ein Minimum an Vorstellungskraft erfordert. Der Erfolg dieser Technik begründet sich in der multisensorischen Verarbeitung: Das Gehirn verknüpft die sprachliche Information direkt mit einer physischen Bewegung, wodurch der Lernstoff tiefer im Gedächtnis verankert wird. Wer Begriffe laut ausspricht und simultan eine passende Bewegung ausführt, steigert nicht nur seine Konzentrationsfähigkeit, sondern minimiert auch die Anfälligkeit für äußere Ablenkungen.

    Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es entscheidend, dass die Gesten aktiv ausgeführt werden und in ihrer Bedeutung exakt mit dem Wort übereinstimmen. Dabei sollte pro Begriff eine konstante Bewegung gewählt werden, die zeitgleich zum Sprechen erfolgt. Da diese Form des Lernens mental fordernd ist, genügen bereits kurze, etwa zehnminütige Einheiten, um bessere Ergebnisse zu erzielen als durch langes, passives Lesen. Ein kontinuierlicher Lernrhythmus in privater Umgebung sorgt schließlich dafür, dass die Verknüpfung zwischen Körper und Geist optimal gefestigt wird, wobei im öffentlichen Raum auch dezente Mikrobewegungen den gleichen kognitiven Zweck erfüllen können. Hier einige Beispiele:

    1. Naturwissenschaften & Medizin

    Diffusion (Biologie/Chemie): Halte beide Hände nah beieinander und bewege sie dann langsam und zitternd (wie Teilchen) weit voneinander weg, um das Ausbreiten von Stoffen darzustellen.
    Symbiose (Biologie): Verschränke deine Finger beider Hände fest ineinander, um das gegenseitige Profitieren und die enge Verbindung zu symbolisieren.
    Kontraktion (Physiologie): Balle deine Faust fest zusammen (Muskel zieht sich zusammen) und öffne sie wieder.

    2. Wirtschaft & Recht

    Inflation (VWL): Forme mit den Händen einen kleinen Kreis und bewege sie dann weit auseinander, als würdest du einen unsichtbaren Ballon aufblasen (Preise steigen, Geldwert bläht sich auf).
    Veto (Recht/Politik): Mache eine abwehrende, stoppende Handbewegung nach vorne (wie ein Türsteher), während du das Wort aussprichst.
    Monopol (Wirtschaft): Lege beide Hände schützend über einen Gegenstand auf dem Tisch oder ziehe alles zu dir heran („Alles gehört mir“).

    3. Geistes- & Sozialwissenschaften

    Interaktion (Soziologie): Bewege deine Hände abwechselnd vor und zurück, als würdest du einen Ball hin- und herwerfen (Austausch zwischen Personen).
    Dichotomie (Philosophie): Halte beide Handflächen flach nach oben und bewege sie wie eine Waagschale auf unterschiedliche Höhen, um die Zweiteilung/den Gegensatz zu markieren.
    Kognition (Psychologie): Tippe dir kurz mit dem Zeigefinger an die Schläfe und mache dann eine „Greifbewegung“ vor deinem Kopf (Informationen aufnehmen und verarbeiten).

    4. Technik & Informatik

    Iteration (Informatik): Zeichne mit dem Zeigefinger einen Kreis in die Luft (Wiederholung eines Prozesses).
    Schnittstelle/Interface: Führe die Fingerspitzen beider Hände exakt gegeneinander, sodass sie sich berühren (Punkt, an dem zwei Systeme aufeinandertreffen).

    Wenn ein Wort gar keine direkte Handlung zulässt wie z.B. das englische Wort „ambiguous“ für mehrdeutig, arbeite mit Mimik: Runzle die Stirn und wiege den Kopf zweifelnd hin und her, während du die Hände unschlüssig öffnest. Das Gehirn speichert die Emotion und die Unsicherheit als Teil der Wortbedeutung ab.

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