Archiv für die Kategorie „Lernprobleme behandeln“

Bessere Konzentration durch Störungen

Montag, 1. März 2010

In einem Elternratgeber “Wie fördere ich die Konzentration meiner Kinder?” fand sich ein Spiel, bei dem Eltern ihren Kindern auf spielerische Art und Weise beibringen, sich zu konzentrieren:

Vereinbaren Sie mit Ihrem Sohn/Ihrer Tochter, dass Sie ein Spiel durchführen, das die Fähigkeit zur Konzentration fördert. Wenn Ihr Kind Hausaufgaben macht, setzen Sie alles daran, es abzulenken. Ihr Kind weiß das und darf nicht darauf reagieren. Sie dürfen alle Tricks verwenden, um Ihr Kind abzulenken. Läuten Sie an der Tür und behaupten Sie „Deine Freundin ist draußen, sie möchte dich sprechen.“ Oder machen Sie laute Musik und poltern Sie mit dem Staubsauger im Flur. Bitten Sie jüngere Geschwister, dem Bruder/der Schwester tüchtig auf die Nerven zu gehen. Jedes Mal, wenn das Kind sich ablenken lässt (also reagiert, seine Arbeit unterbricht oder auch nur aufschaut), gibt es 1 Minuspunkt. Wenn Ihr Kind der Störung widersteht, bekommt es 2 Pluspunkte. Nach 2 Wochen wird abgerechnet. Verteilen Sie kleine, aber reizvolle Belohnungen und denken Sie sich „schreckliche“ Aufgaben für Minuspunkte aus (z.B. 1 Woche den Mülleimer ausleeren oder den Babysitter spielen).
Wichtig: Natürlich kann Ihr Kind sich anfangs bei diesem Spiel nicht konzentrieren, aber es lernt, auf Umweltreize nicht mehr zu reagieren und sich nicht mehr ablenken zu lassen.

Einen Versuch ist dieses Spiel immerhin wert, zumal sich auch bei Erwachsenen zeigen lässt, dass in einer störungsreichen Umgebung zumindest kurzfristig die Konzentration erhöht wird. Allerdings sollte eine solche Übung nur über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden. Lernpsychologisch betrachtet handelt es sich um eine instrumentelle Konditionierung mit Hilfe eines Token-Systems.

Quelle: http://www.schule-sorglos.de (10-03-01)

Konzentrationsgrenze

Freitag, 5. Februar 2010

Menschen können sich nicht jederzeit über einen längeren Zeitraum voll auf eine Aktivität konzentrieren, wobei es besonders bei unangenehmen Tätigkeiten schwer fällt, die Gedanken beim Thema zu halten. Der Versuch die Konzentration zu erzwingen, indem man einfach geduldig sitzen bleibt, funktioniert selten. Meist endet ein solcher Versuch damit, dass man sich allmählich ärgert, dauernd mit sich unzufrieden ist, weil die Gedanken schon wieder irgendwohin wandern. Es gibt eine individuelle Grenze, wie lange man sich in solchen schwierigen Situationen noch konzentrieren kann, die meist zwischen 10 und 40 Minuten liegt, je nach Aufgabenschwierigkeit und persönlicher Verfassung. Wenn man sich nicht 30 Minuten lang konzentrieren kann, dann versucht man es mit nur 20 Minuten, und wenn das auch nicht funktioniert, dann nur 10 Minuten. Durch Übung kann man diese Konzentrationsgrenze langsam geringfügig steigern. Wenn man diese Grenze erreicht hat, sollte mit dem Arbeiten aufhören, d.h., man sollte mit der Aufgabe aufhören, sobald die Konzentration nachlässt, und nicht erst dann, wenn sie von selber längst weg ist. Nach Phasender hohen Konzentration sollte man eine kurze Pause zur Entspannung einlegen, in der man bewusst die Gedanken auch schweifen lassen kann. Zwei Minuten nur aus dem Fenster schauen, den Mistkübel entleeren, Brot kaufen gehen, Geschirr abwaschen … Irgendwann ist aber Schluss, denn ein Mensch kann maximal etwa vier bis sechs Stunden am Tag konzentriert arbeiten oder lernen, dann lässt die Aufmerksamkeit immer schneller nach. Man sollte daher bei der Planung von Arbeiten oder Lernphasen diese natürlichen Grenzen mit einplanen und im Zweifelsfall die eigenen Ansprüche reduzieren.

Quelle: http://www.informatik.uni-hamburg.de/Fachschaft/
OE/aktuell/oebits2009.pdf
(10-02-01)

Einfach zum Nachdenken …

Samstag, 14. November 2009

Wenn man Lernumgebung schaffen will, die genau dem Gegenteil von dem entspräche, worin unser Gehirn gut ist, würden man wahrscheinlich so etwas wie ein Klassenzimmer konstruieren.
John Medina

[Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=uYoyKUgkCPI]