Sketchnoting – Visuelle Notizen machen


Sketchnoting bezeichnet man die Anfertigung von visuellen Notizen bei Gesprächen oder Vorträgen, wobei Worte und Bilder genutzt werden, um Zusammenhänge darzustellen und zu erklären. Der Prozess der Erstellung wird als sketchnoting oder visual note taking bezeichnet. Im Gegensatz zu Texten sind Sketchnotes nur selten linear strukturiert, wobei die Hierarchie der Inhalte durch die Art der Visualisierung bestimmt wird.
Sketchnoting ist dabei eine effektive Methode Inhalte zusammenzufassen und zu reduzieren. Sketchnotes bilden für Inhalte einen Anker im Kopf und helfen, die Inhalte zu Erinnern.

Studien zeigen übrigens, dass Menschen sich besser an Gehörtes erinnern, wenn sie dabei vor sich hin gekritzelt haben, und zwar auch dann, wenn sie nur Kringel und Schnörkel malten. Richtig sinnvoll wird Kritzeln allerdings eher dann, wenn es in Bezug zum Inhalt des Gehörten steht, etwa in der Form von Sketchnotes.

Sketchnoting erfordert keine Zeichenkenntnisse, sondern wichtig ist allein die aktive Auseinandersetzung mit den Inhalten auf einer visuellen Ebene. Vorteile von Sketchnoting sind etwa, dass Zusammenhänge übersichtlicher dargestellt und besser verstanden werden können, beim Wiederholen schneller als Worte erfasst werden und in vielen Fällen auch bei der Entwicklung von Ideen helfen können. Dabei ist der spontane Zugang wichtig, d. h., dass man sich nicht zulange am Planen von Bildern aufhält, sondern einfach einen Inhalt visualisierst, wie es gerade in den Sinn kommt. Mit jeder neuen Sketchnote wird man sein Repertoire an Grafiken, Symbolen und Zeichen vergrößern und mit der Zeit Standardgrafiken für bestimmte Begriffe oder Inhalte entwickeln.

Man sollte dabei einen dickeren Stift nutzen, denn damit ist man von Vornherein gezwungen, nicht zu detailliert zu zeichnen und plakativer darzustellen und auch weniger Text hinzuzufügen. Man kann zwar auch Farben einsetzen, um gewissen Elementen mehr Bedeutung zu verleihen oder die Lesbarkeit bzw. Erfassbarkeit der Sketchnotes zu erhöhen, doch sollte man auf Grund ihres emotionalen Wertes eher sparsam damit umgehen.Wer kritzelt, merkt sich mehr

In Schulen ist diese Form der Visualisierung noch wenig verbreitet, doch es gibt ein an Lehrerinnen und Lehrer gerichtetes Buch, in dem beschrieben wird, wie Sketchnotes im Unterricht sinnvoll eingesetzt werden können. Durch das Aktivieren mehrerer Sinneskanäle wie Zuhören, Zusehen, Schreiben und Zeichnen erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Inhalte einprägen, denn beim Zeichnen von Sketchnotes müssen SchülerInnen das neu Gelernte reflektieren, aufbereiten und mit Vorwissen verknüpfen, wodurch das Gehirn aktiviert wird. Wissenschaftlich belegt wird das durch die Dual Coding Theory, die besagt, dass man sich Informationen aus Text und Bild besser merken kann als rein textliche Informationen.

Gute Beispiele finden sich in Internet zu Hauf:
http://sketchnotes.de/
http://pheminific.de/sketchnotes/sketchnotes-lernen
http://appelt.net/2012/09/anleitungen-fur-sketchnotes/

Lerntipp Mind Map



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© Werner Stangl Linz 2019