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Lernen im Schlaf – die App „Lazy Learn“

    Tips meldet am 21. Februar 2023, dass der Vorchdorfer Ralph Ohler die App „Lazy Learn“ entwickelt hat, die dazu verhelfen soll, im Schlaf Lerninhalte zu lernen. Er verspricht Schülern und Studierenden, dass der Lernstoff ganz einfach im Schlaf angeeignet wird. Er hat die App in Kooperation mit der Fachhochschule Hagenberg entwickelt, wobei ihm die Idee dazu schon während seiner eigenen Schulzeit kam, denn er hatte sich seinen Lernstoff auf Audiokassetten gesprochen und nachts angespielt, um sich die Inhalte besser zu merken. Damit er ungestört einschlafen konnte, stellte er eine Zeitschaltuhr und hörte die Lerninhalte nur während des Schlafens, wobei seine Taktik nach eigenen Angaben funktionierte. Die wissenschaftliche Basis für die App lieferte eine Studie der Universität Bern, die bewies, dass das Gehirn während bestimmter Schlafphasen lern- und merkfähig ist. Die App spielt den vorher aufgenommene Lernstoff während bestimmter Schlafphasen automatisch ab, wobei fünfmal pro Nacht die App die Lernenden für zehn Minuten mit den eingesprochenen Inhalten beschallt, wobei das genügen soll, um den Stoff zu festigen. Diese App ist ab sofort kostenlos für die Betriebssysteme iOS und Android verfügbar, denn Ohler sieht sein Projekt Lazy Learn als Beitrag zu kostenlosem Lernen, das jedem zur Verfügung steht.

    Wissenschaftlich erprobt ist die App bisher nicht, doch man bemüht sich nach einem Bericht im Standard vom 19. Juni 2023 derzeit um eine Kooperation etwa mit der FH für Gesundheitsberufe , um langfristig eine fundierte Untersuchung zu ermöglichen. Besonders für den Einsatz im medizinischen Bereich sind erst noch umfangreiche Studien erforderlich. Die Autorin berichtet von einem Selbstversuch: „Für einen aussagekräftigen Test braucht es zuallererst unvertrauten Lernstoff. In meinem Fall fiel die Wahl schnell auf eine Liste mit Hauptstädten, die sich seit jeher stur meiner Kenntnis entziehen. Um etwaiges Vorwissen zu berücksichtigen, versuchte ich vor der ersten Aufnahme, die Städte richtig zuzuordnen. Das Ergebnis soll mein Geheimnis bleiben, aber so viel sei verraten: Verbesserungspotenzial war da. Die Spannung beim ersten Durchlauf war groß – hätte ich mir hunderte, vielleicht tausende Lernstunden in meinem Leben sparen können? Erwartungsvoll steckte ich mir die Kopfhörer in die Ohren, startete den Automatik-Modus, der nach 45 Minuten mit dem Abspielen beginnen würde, und hoffte auf die schlummernde Erkenntnis. So viel vorweg: Ganz so einfach ist es nicht. Der Kontrolltest am nächsten Tag zeigte, dass meine Bildungslücken die Nacht unbeschadet überstanden hatten. Nach einmaligem Hören war mein Ergebnis identisch mit jenem vom Vortag. Laut Ohler ist dies aber nicht unüblich. Einige wenige würden bereits nach einmaliger Nutzung Erfolge verzeichnen, meist seien aber ein paar Anläufe nötig. So empfiehlt Ohler beispielsweise, zumindest drei Tage vor einer Überprüfung mit dem Schlaflernen zu beginnen. Mein eigenes Wissen blieb ohne zusätzliche Wiederholung unverändert. Das muss aber nicht zwingend an der App liegen, denn erfolgreiches Lernen ist durch zahlreiche Faktoren bedingt. Allem voran spielen die persönliche Motivation, aber auch das Wiederholen im Wachzustand eine entscheidende Rolle. Immerhin haben „echte“ Lernende eine weit stärkere Motivation, sich den Stoff zu merken, und würden ihn auch untertags wiederholen. Und tatsächlich bewirkte ein zusätzliches Anhören der Aufnahme vor dem Einschlafen bereits, dass ich 44 Prozent der Städte richtig benennen konnte. Indem ich die Liste bewusst gelesen und dann über Nacht mithilfe der App wiederholt hatte, konnte ich das Ergebnis letztendlich auf 52 Prozent steigern. Zum Vergleich: Nur Durchlesen, ohne nächtliche App-Nutzung, brachte eine Trefferquote von 40 Prozent.“



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