Zum Thema ‘Lerntipps’

Ergänzungen zu den eigenen Lerntipps.



Ergänzungen zu den eigenen Lerntipps.

Richtiges Lesen und Einprägen



Für viele Menschen liegt beim Lesen die größte Schwierigkeit darin, sich das Gelesene nachhaltig einzuprägen. Hier einige Ratschläge von PsychologInnen, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben, wobei die genannten Methoden alle mehr oder minder Ausdauer und Geduld erfordern.

  • Erzählen: Man sollte das Gelesene an andere Personen weitergeben, indem man es ihnen erzählt. Das gilt für kurze Texte, die man schnell wiedergeben kann und von denen man die wichtigsten Informationen noch im Kopf hat. Bei seinen Erzählungen filtert man die grundlegenden Informationen heraus und erkennt oft erst den Sinn dahinter. Dadurch entsteht ein netzartiges System, das sich dann in unserem Gedächtnis absetzen kann. Es gibt für das menschliche Gehirn daher kaum eine bessere Lernstrategie als das gegenseitige Erzählen und Erklären, wobei oft hinzu kommt, dass man dabei auch die Bedeutung von sozialen Aspekten beim Lernen für den Lernerfolg nicht unterschätzen sollte, den das Gehirn lässt sich bereitwilliger auf einen neuen Lernstoff ein, wenn die Atmosphäre entspannt ist. Der Lernstoff wird dabei mit positiven Gefühlen verknüpft, was sich grundsätzlich auch positiv auf die Lernmotivation auswirkt. Diese Form der erzählenden Einprägung ist übrigens einer der Gründe, warum LehrerInnen soviel wissen 😉
  • Scannen: Beim Lesen sollte man nie die Wörter mitsprechen, sei es mit dem Mund oder im Kopf, denn diese aus der Kindheit stammende Gewohnheit verlangsamt das Einprägen des Gelesenen, verstreut die kognitiven Ressourcen, lenkt immer wieder ab und ermüdet auch. Man sollte die Wörter in ihrer Form erkennen, sie gewissermaßen scannen, was etwa doppelt so schnell von statten geht als das Mitsprechen. Bei einiger Übung kann man übrigens erkennen, dass man sich bei einem sehr schnellen Lesetempo mittels peripherem Sehen oft mehr merkt als durch langsames Lesen, das den Lesefluss durch die Leseregression bremst. Dieser Ratschlag findet sich praktisch bei allen Schnelllesetechniken, wobei man zum Erlernen dieser Technik einige Wochen veranschlagen sollte.
  • Schreiben: Das Gelesene sollte man stets aufschreiben, denn das ist vor allem bei Fachliteratur die beste Methode, wobei man das gleich im Buch, an den Seitenrändern mit Marginalien machen kann, aber auch in Form von Exzerpten.
  • Morgenstund: Die wichtigsten Texte sollte man am Morgen oder Vormittag lesen, denn nach dem Aufwachen funktioniert das Gehirn nämlich am besten. Vor dem Schlafgehen sollte man nichts Neues lesen – es sei denn, es ist ein Roman, der zum Einschlafen gedacht ist. Wissenschaftliche Texte, die man behalten möchte, können den Schlaf stören, da sie das Gehirn zum Arbeiten anregen, während man sich bereits auf die Nachtruhe eingestellt hat. Siehe dazu den Lerntipp für das Lernen bei einer Wiederholungsprüfung!
  • Überblick: Bevor man einen längeren Text komplett liest, sollte man sich einen Überblick verschaffen, etwa indem man das Inhaltsverzeichnis, eine kurze Zusammenfassung, Kritiken, Informationen über den Autor liest. Diese Informationen helfen dem Gehirn, ein grobes Netz aufzubauen, das später mit den zentralen Informationen aus dem Text gefüllt wird. Des Gehirn verarbeitet und merkt sich nur systematische Informationen und filtert Zusammenhangloses aus, um das Gedächtnis nicht zu überlasten.
    Ein guter Tipp bei einem Lehrbuch ist übrigens, vor einer Gesamtlektüre den ersten und den letzten Absatz jedes Kapitels zu lesen.
  • Leseplatz: Damit man effektiv lesen kann, sollte sich das Lesen ungestört gestalten, wobei nicht nur ein eingeschaltetes oder Lärm stören können, sondern auch ein unaufgeräumter Tisch im Blickfeld.

Unter Verwendung von http://mens-finest.de/2009/11/27/
8-methoden-um-sich-das-gelesene-zu-merken/ (09-11-28)


Begriffe: richtiges lesen, beim lesenbesser merken, ich kann nichts behalten was ich lese, kann gelesenes nicht verarbeiten, wie lange lesen um viel zu behalten?

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Prüfungstipp: Aufgabenstellung



Eine der Ursachen bei Versagen von SchülerInnen in Prüfungssituationen ist der natürlich Impuls, sich sofort auf die gestellten Aufgaben zu stürzen, d. h., Kinder gehen oft ungeplant und spontan an Aufgaben heran. Vor allem bei SchülerInnen, die sich mit dem Lesen und Schreiben schwer tun, stellt sich schnell Frustration ein, denn Aufgaben werden falsch verstanden oder nur teilweise gelesen, weil das Lesen bei ihnen zu lange dauert und sie endlich zum Schreiben kommen wollen.
Es ist daher wichtig, diesen Kindern zu vermitteln, dass es besser ist, eine Aufgabe erst richtig gelesen und verstanden zu haben, bevor man sich an die Lösung und Beantwortung macht. Dafür ist ein mindestens zweimaliges Lesen und Unterstreichen der wichtigsten Begriffe oder Zahlen hilfreich. Wurde eine Aufgabe nur mündlich gestellt, sollte ein Kind sich nicht scheuen, bei der Lehrkraft nachzufragen, wenn es die Aufgabe beim ersten Zuhören nicht genau verstanden hat.
Ein solches geplantes, bedächtiges Verhalten bei der Beantwortung von Fragen oder der Lösung von Aufgaben kann man sowohl in der Schule als auch bei den Hausaufgaben üben und mit der Zeit erlernen. Man sollte SchülerInnen klar machen, dass bei Prüfungen in der Regel ausreichend Zeit zur Verfügung steht und ein zu hastiges Beginnen kontraproduktiv sein kann.



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Effizient lesen mit dem Lektüreblatt



Bevor man einen Text zu lesen beginnt, legt man ein Lektüreblatt an. Darauf sollte man festhalten:

  • Das Leseziel, denn das ist eine Hilfe zur Selbstdisziplinierung. Das stellt sicher, dass man sein Leseziel verfolgt, statt sich irgendwo anders festzulesen.
  • Die Ergebnisse der Textprüfung, die man vor der Lektüre durchführt, denn sobald man merkt, dass der Text nicht dem Leseziel dient, legen man ihn beiseite, ehe man überhaupt zu lesen beginnt.
  • Lektürebegleitend die auf das Leseziel bezogenen Ergebnisse der Lektüre: Wenn man nichts (mehr) zu notieren hat, der Text also nicht (mehr) ergiebig ist, beendet man die Lektüre. Die nützlichen Informationen dagegen kann man sich später jederzeit durch das Lektüreblatt wieder in Erinnerung rufen. Die Kurznotizen unterstützen zudem das „Lernen“ bzw. Abspeichern der Informationen.
  • Ideen, die während der Lektüre kommen, denn so gehen sie nicht verloren und lenken aber auch nicht von der Lektüre ab.

Die Arbeit mit einem Lektüreblatt klingt zunächst viel aufwändiger, als sie es ist. Mit ein wenig Routine erspart die Verwendung eines Lektüreblatts sehr viel Aufwand und Zeit.



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© Werner Stangl Linz 2019