TPRS – Teaching Proficiency through Reading and Storytelling



Die Fremdsprachenlernmethode TPRS–  „Teaching Proficiency through Reading and Storytelling“ – bemüht sich um ein ganzheitliches Unterrichten von Sprache in angstfreier, motivierender sozialer Umgebung und lebendiger, authentischer Lehrer-Schüler-Interaktion, wobei ein weitgehender Verzicht auf die Vermittlung grammatischer Regeln in der Hauptsache durch aktives Zuhören und Lesen gelernt wird. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Storytelling zu, damit die Lernenden die Grundstrukturen der Zielsprache oft genug hören und dabei den Inhalt allmählich vollständig verstehen. Die wichtigsten grammatischen Muster und ein Grundwortschatz von einigen hundert häufig gebrauchten Wörtern werden zum sog. „fluency circle“ zusammengefasst, wobei nahezu die gesamte Unterrichtszeit darauf verwendet wird, diese Grundstrukturen zu üben. Darüber hinausgehende Strukturen und Wortschatz, die auftauchen, werden dem „reading circle“ zugerechnet und zwar verwendet und übersetzt, aber nicht ausdrücklich geübt. Nach und nach finden diese überwiegend beim Lesen und dem Diskutieren von Texten auftauchenden Strukturen dennoch Eingang erst in den passiven, dann in den aktiven Wortschatz. Der Erwerb grammatischer Strukturen setzt erst ab einem Wortschatz von etwa 400 bis 500 lexikalischen Einheiten ein, sodass Sprachenlernen nicht durch das Pauken von Grammatikregeln und von Listen leerer Vokabelhülsen erreicht wird, sondern durch den Aufbau mentaler Begriffe, wie sie die jeweiligen Sprachgemeinschaften im Laufe ihrer Geschichte entwickelt haben, und in sozialen Situationen, bei denen Sprache das Verhalten der Beteiligten koordiniert.
TPRS  steht der Immersionsmethode beim Fremdsprachenerwerb nahe, also dem Eintauchen in eine Sprache, wobei die neue Sprache Arbeits- und Umgangssprache ist. Der Lernende erschließt sich dabei die Sprache eigenständig Stück für Stück aus dem Zusammenhang der Situation und bildet so die Art nach, wie Kinder Sprachen lernen. Immersion verfährt lernergerecht, motiviert und kommt ohne Zwang und ohne Leistungsdruck aus. Wissenschaftlich ist erwiesen, dass sich mit der Immersion ein beträchtlich höheres Niveau in der Fremdsprache erreichen lässt als mit herkömmlichem Unterricht.

Quelle
http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/LEHREN/Fremdsprache-lehren-lernen.shtml
(11-11-08)





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