Richtig mit Verzögerungsstrategien umgehen

Schülerinnen und Schüler wenden beim Lernen zahlreiche Verzögerungstaktiken an, sie quälen sich fürchterlich mit den Hausaufgaben, mit den Schulaufgabenvorbereitungen, mit dem Wiederholen von Wörtern und Grammatik oder mit  der Vorbereitung eines Referates. Täglich nehmen sie sich fest vor, die Aufgaben bald, an diesem Nachmittag um jene Uhrzeit, zu erledigen, versichern dies auch immer wieder den Eltern und den Lehrern. Gegenüber solchen Verzögerungstaktikern haben sich für  Lehrer oder Eltern folgende Verhaltensweisen als sinnvoll erwiesen:

  • Versuchen Sie beim Schüler ein Bewusstsein für die Verantwortung für sich selbst und eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Arbeit zu wecken. Wenn Sie als Autoritätsperson das „Müssen“ und „Sollen“ in den Vordergrund stellen, wird eher das Gefühl von Zwang und Machtlosigkeit gefördert, das zu Gegenwehr und Aufschieben führt. Würdigen und unterstützen Sie auch kleine Anstrengungen und kleine Schritte.
  • Wenig hilfreich ist es, ferne, diffuse Ziele wie das Abitur in den Vordergrund zu stellen. Besser ist es, gemeinsam mit dem Schüler kleine, bewältigbare Etappen anzugehen. Nur über erste kleine Schritte sind Erfolgserlebnisse erreichbar, die zu mehr Mut, Eigeninitiative und weitergehenden Schritten führen.
  • Kritik, die auf das Selbstwertgefühl des Schülers abzielt, ist unbedingt zu vermeiden. Würdigung und Bewertung der Leistung eines Schülers darf nicht mit der Würdigung und Bewertung seiner Person an sich verwechselt werden. Besser ist es zu versuchen, den Schüler so anzuerkennen, wie er ist. Bieten Sie bei Fehlern Hilfe an, wie der nächste, weiterführende Schritt gegangen werden kann. Eine Verknüpfung von Hilfestellung mit Lob verringert zudem beim Gegenüber die Angst vor Fehlern und Versagen und anerkennt grundsätzlich erst einmal das Bemühen. Das Verlangen nach Anerkennung ist ein tiefes Bedürfnis der menschlichen Natur, gleichgültig ob der Mensch ein Schüler oder ein Lehrer ist. Und nur durch Anerkennung des anderen kann das Vertrauen geschaffen werden, das für ein Fortkommen wichtig ist.

Quelle
http://home.t-online.de/home/Stephan.Reuthner/aufschi.zip (09-11-11)





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