Lerntipps für postgraduale Ausbildungen



Berufstätige Studierende, deren Schulbesuch und Studium schon eine Zeit zurückliegt, haben oft Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg ins Lernen, denn schon nach wenigen Jahren der Berufstätigkeit ist die frühere Routine beim Lernen dahin. Ein gutes Selbstmanagement ist dabei die Grundlage, wobei sich hier Berufstätige manchmal eher leicht tun, denn sie sind es aus dem Beruf gewohnt, sich und ihre Zeit zu organisieren. Termine für Unterrichts- und Lerneinheiten sollte man im beruflichen Kalender eintragen, denn ein Studium sollte genauso geplant werden wie jede andere Arbeit.
Ein grundsätzlicher Vorteil von Postgraduate-Studien ist, dass sie sehr zielgruppenorientiert aufgebaut sind, denn es gibt kleine Gruppen und das Studium ist meist sehr gut strukturiert. Auch ist meist nicht so viel Stoff wie im Grundstudium zu bewältigen, doch auch die geringere Menge erfordert Disziplin, wobei auch hier gilt, gleich von Semesterbeginn an kontinuierlich mitzulernen und sich dazu Wochenpläne aufzustellen. Anfangs macht es oft Schwierigkeiten, den Aufwand richtig einzuschätzen, denn der Zeitaufwand für die verschiedenen Lehrveranstaltungen variiert nach persönlichen Interessen, Stärken und Schwächen.
Man sollte sich in dieser Hinsicht vor Selbstüberschätzung bewahren, denn diese kann recht schnell zu Enttäuschungen und Motivationsverlust führen. Daher ist es oft besser, von vorneherein eine längere Studiendauer in Kauf zu nehmen und so mehr Freiraum zu gewinnen. Schon vor Studienbeginn sollte man sich wieder mit dem wissenschaftlichen Arbeiten vertraut machen, etwa durch die Lektüre von einschlägiger, leicht lesbarer Fachliteratur oder Quellen im Internet. Auch Lerngemeinschaften erleichtern den Wiedereinstieg, den das Lernen in der Gruppe oder mit einem Partner hilft, Verständnisschwierigkeiten zu beheben, Wissensüberprüfungen durch gegenseitiges Abfragen durchzuführen und bei Motivationseinbrüchen zu unterstützen.
Für das Verfassen von größeren Arbeiten wie Seminararbeiten sollte man eine Auszeit einplanen, etwa in Form eines bezahlten oder unbezahlten Urlaubs, denn wenn man Arbeiten en bloc schreibt, tut man sich immer leichter.
Postgraduale Studierende, die schon Familie haben, müssen einen Platz finden, an dem sie ungestört lernen können, denn wenn man den Wohnzimmertisch immer erst freimachen muss, geht das oft nicht. Es empfiehlt sich, zum Lernen in einen Lesesaal oder eine Bibliothek auszuweichen.
Unter Verwendung von „Zurück zur Schule: Lerntipps für Rückkehrer“ von Alexia Weiss, Die Presse vom , 24.01.2009




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