Lernprotokoll

Eine hilfreiche Methode, um das Lernen zu unterstützen, ist das Lernprotokoll. Die folgende kurze Anleitung stammt von abz*austria, einer Non-Profit-Frauenorganisation, die sich die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt zur Aufgabe gemacht hat. Auf der Webseite „Mein Lerntagebuch“ entstand im Rahmen des Projekts “Lernen lernen für den beruflichen Erfolg” eine nicht nur für Frauen hilfreiche Zusammenstellung von Methoden, die das Lernen vor allem von Berufstätigen unterstützen. Dort steht unter dem Titel „Anleitung zum Lernprotokoll„:
  • Vor dem Lernen ist es hilfreich, aufzuschreiben, was genau Sie lernen möchten und welche Schritte dafür notwendig sind. Schreiben Sie die Lernschritte zuerst in Stichworten auf ein Blatt Papier, bringen Sie sie danach in eine Reihenfolge und tragen Sie sie so gereiht in das Lernprotokoll ein.
  • Überlegen Sie sich nun, wie lange Sie brauchen werden, um die Aufgabe zu erledigen. Tragen Sie eine ungefähre Dauer in das Lernprotokoll ein.
  • Denken Sie zudem daran, was Sie fürs Lernen brauchen und was Sie dabei stören könnte. Schreiben Sie dies in das Lernprotokoll und sorgen Sie anschließend für gute „Rahmenbedingungen“. Beginnen Sie erst dann mit dem Lernen.
  • Schreiben Sie direkt nach dem Lernen auf, was Sie geschafft haben und was Sie noch erledigen müssen. So bekommen Sie einen guten Überblick über Ihre Erfolge und sehen bei der nächsten Lernplanung sofort, was noch offen ist.
  • Notieren Sie sich auch, wie lange Sie gelernt haben. Haben Sie genau so lange, länger oder kürzer als erwartet gebraucht?
  • Denken Sie nun an Ihren Lernstoff: Was war für Sie besonders interessant? Was ist Ihnen leicht gefallen? Und was war schwierig? Indem Sie Antworten auf diese Fragen in das Lernprotokoll eintragen, haben Sie gleichzeitig eine kurze Zusammenfassung über das Gelernte, wissen wo Sie anknüpfen können und was Sie öfter wiederholen sollten.
Auf dieser Webseite findet auch ein Lernprotokoll zum Download!

Theoretischer Hintergrund des Lernprotokolls

Ein Lernprotokoll soll zu einem vertieften Verständnis des behandelten Stoffes führen, indem es zu regelmäßiger Nachbearbeitung und Reflexion anregt. Diese Reflexion kann sich auf alle Aspekte der Lerninhalte beziehen, die in Zusammenhang mit dem betreffenden Unterricht stehen, also auf die Präsentationen, Filmbeiträge, die Lektüre der Hintergrundtexte, auf die Diskussion im Unterricht einschließlich der Beiträge der MitschülerInnen und Teilnehmerinnen oder des Lehrenden. Aus dieser Gesamtmenge potentieller Lernanstöße sollen diejenigen ausgewählt und bearbeitet werden, die von den SchülerInnen persönlich als besonders bedeutsam, interessant, fragwürdig oder neuartig empfunden werden. Dabei sollte man eine klare Vorgabe machen, wieviele Aspekte behandelt werden sollten. In der Regel wird es genügen, einen Aspekt der letzten Unterrichtseinheit zu behandeln.
Ein Lernprotokoll soll außerdem das Bewusstsein für den eigenen Lernprozess fördern. In diesem Zusammenhang ist auch die Interaktion zwischen dem eigenen Lernprozess und den im Unterricht zum Einsatz kommenden Lehrmethoden von Interesse: Warum habe ich das Gefühl, dass mir eine bestimmte Form der Stoffvermittlung besonders liegt und andere hingegen nicht? Geht das den anderen MitschülerInnen  auch so oder nicht? Außerdem soll das Verfassen des Lernprotokolls auch dazu dienen, eine innovative Methode des Lernens eigenständig auszuprobieren. Die regelmäßige schriftliche Explikation der eigenen Gedanken in kompakter Form stellt auch außerhalb des Unterrichts eine sinnvolle Form der Förderung von Lernprozessen dar. Die Verschriftlichung“der eigenen Gedanken kann insbesondere helfen, eigene Ideen zu generieren und zu entwickeln.
Quellen
http://lerntagebuch.abzaustria.at/lernplanung/unterseite/anleitung-zum-lernprotokoll/ (11-12-21)
http://www.psychologie.uni-frankfurt.de/abteilungen_und_bereiche/pp/personen/
imhof/E_Interessante_Links/Portfolio_und_Lerntagebuch/Anleitung_zum_Lerntagebuch_mit_Struktur.html (12-12-12




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© Werner Stangl Linz 2017