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Falsche Lernstrategie Nummer 1: Wiederholtes Lesen

Es gibt Lernstrategien, die von Generation zu Generation tradiert werden und daher sehr verbreitet sind, aber aus der Sicht der Lernpsychologie vor allem langfristig wenig bis gar nicht effektiv sind. Eine davon ist das wiederholte Lesen: Viele SchülerInnen, StudentInnen und auch lernende Erwachsene glauben, dass das mehrfache Lesen eines Textes dazu führt, dass man sich die Inhalte dieses Textes einprägt. Lesen ist aber nicht lernen, denn wer etwa nur seine Mitschriften oder in seinem Buch liest, lernt nicht, denn die Aufmerksamkeitsspanne ist beim Lesen einfach viel zu gering. Wissen ins Gedächtnis zu bringen bedeutet immer, mit dem Stoff auch zu arbeiten, also Aufgaben, Projekte oder konkrete Probleme zu lösen, aber auch anderen über etwas zu berichten. Das fördert automatisch den Wissenstransfer ins Gehirn. Wer nur liest, sollte zumindest den einen oder anderen Abschnitt laut lesen, damit die Behaltensquote steigt, oder auch laut sprechend den einen oder anderen Abschnitt mit eigenen Worten zusammenfassen. Viele Lernende nehmen beim Lernen den Stoff nur auf, üben aber nicht, ihn auch wiederzugeben, was aber einer Prüfung geschehen muss. Man muss sich daher schon beim Lernen innerlich immer wieder abfragen, was man da gerade gelernt hat. Dabei helfen z. B. Karteikarten mit selbst gestellten Fragen zum Stoff, die man dann zur Wiederholung verwenden kann. Hilfreich sind auch große Lernplakate, auf die man die Fragen zum Lernstoff schreiben kann, wobei man dieses Plakat in der Wohnung an einem Platz aufhängen sollte, an dem man täglich einige Male vorbeikommt. Sieht man dann die Frage im Vorbeigehen, versucht man sie zu beantworten.

Die Psychologie hat auch für das wiederholte Lesen herausgefunden, dass SchülerInnen dabei nur den subjektiven Eindruck entwickeln, dies sei eine effiziente Methode, denn beim mehrfachen Lesen eines Textes entsteht natürlich automatisch der durchaus richtige Eindruck, ihn zunehmend fließender lesen zu können, und dieses fließendere Lesen wird als Lernerfolg fehlinterpretiert. Das liegt daran, dass einem die verwendeten Worte und Phrasen zunehmend vertrauter vorkommen, wobei dieses Gefühl der Vertrautheit zusätzlich den falschen Eindruck entstehen lässt, dass man etwas gelernt hätte. Diese sich einstellende Vertrautheit ermöglicht es aber keineswegs, den gelesenen Stoff mit eigenen Worten bei einer Prüfung wiederzugeben.

Siehe auch Falsche Lernstrategie Nummer 2: Markieren mit dem Textmarker und Falsche Lernstrategie Nummer 3: Perfekt lernen wollen.

Kurioses zum Thema: Der Schriftsteller Karl May wuchs in einer armen Weberfamilie auf und sein Vater wollte, dass er es später einmal besser hat und das ging nach dessen Meinung nur über Bildung. Also musste Karl May lernen, lernen, lernen, und zwar brachte brachte sein Vater alte Gebetbücher, Rechenbücher, Naturgeschichten und gelehrte Abhandlungen nach Hause, also vermutlich alles, was er finden konnte. Karl May musste es lesen oder teilweise abschreiben, weil sein Vater dachte, dass er es dadurch besser behalten könnte. Obwohl er von den vielen Texten oft kein Wort verstand, musste er nach eigenen Angaben ganze Tage und halbe Nächte lang dieses „unnötige Zeug“ in seinen Kopf packen.





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© Werner Stangl Linz 2017