Prüfungsangst von der Seele schreiben
15. Januar 2011 – 09:09
Nach Studien von Ramirez & Beilock (2011) schneiden Menschen mit starker Prüfungsangst besser bei einer Prüfung ab, wenn sie sich vor der Prüfung zehn Minuten Zeit nehmen und ihre Ängste zu Papier bringen. Die Angst vor Prüfungen hat bekanntlich einen markanten Einfluss auf das Arbeitsgedächtnis (Kurzzeitgedächtnis), beschäftigt diesen Teil des Erinnerungsvermögens, für die Stoffwiedergabe notwendig wäre. Da das Arbeitsgedächtnis nur eine begrenzte Kapazität besitzt und das ängstliche Grübeln bereits Ressourcen belegt, steht für die Aufgaben also selbst nicht mehr ausreichend Arbeitsspeicher zur Verfügung, weshalb der Betroffene nicht die Leistung erbringen kann, die er erbringen könnte, wenn er sein gesamtes Arbeitsgedächtnis zur freien Verfügung hätte. Diese zunächst an StudentInnen gefundenen Ergebnisse konnten auch an einer Schülerstichprobe bestätigt werden
Nicht zu empfehlen ist diee Methode jedoch extrem Prüfungsängstlichen, da Angst einen Selbstverstärkungsmechanismus besitzt, sodass die Betroffenen in eine Angstspirale bzw. Teufelskreis geraten können, die den Druck noch weiter erhöht. Das Ergebnis dieser Studie besagt m Prinzip nichts anderes, als dass ein bewusster und refelktiertet Umgang mit Drucksituationen besser ist, als sich ihm einfach nur auszuliefern.
Siehe dazu auch die speziellen Ausführungen zur Prüfungsangst
Literatur
Ramirez, G., & Beilock, S. L. (2011). Writing About Testing Worries Boosts Exam Performance in the Classroom. Science, 331, 211-213.
WWW: http://hpl.uchicago.edu/Publications/Ramirez%20et%20al,%20Science,%202011.pdf (11-01-12)
