Zum Thema ‘Lerntipps’

Ergänzungen zu den eigenen Lerntipps.



Ergänzungen zu den eigenen Lerntipps.

Tipps zum Schulanfang



Unter dem Clickbaiting-Titel „Kann ich Noten mit dem Pausenbrot besser machen?“ geben in der Bild-Zeitung vom 29. August 2016 Expertinnen Ratschläge für den Schulanfang, die sich auch in unseren Lerntipps für Eltern finden:

Soll ich mit meinem Kind gemeinsam Hausaufgaben machen?
Nein! Kinder sollen das Lernen lernen! Sie sollen fähig werden, es selbstständig zu tun. Eltern sind keine Hilfslehrer oder Hausaufgabenmacher. Wenn das Kind Fragen hat, sind die Eltern selbstverständlich da. Aber sie sollten nicht hinter oder neben dem Kind sitzen, wenn es Hausaufgaben macht. Die Eltern dürfen sich aber gern das Ergebnis zeigen lassen.
WWW: https://eltern.lerntipp.at/Eltern-Hausaufgaben-helfen.shtml

Kann ich Noten mit dem richtigen Schulbrot beeinflussen?
Ja! Das Gehirn kann nur richtig arbeiten, wenn es mit einer gesunden Mischung aus Kohlenhydraten, Eiweiß und Vitaminen versorgt wird. Diese stecken zum Beispiel in Vollkornbrot, Joghurt und Obst. Kinder sollten schon vor Unterrichtsbeginn eine Kleinigkeit essen. Das kann eine Banane, Quark mit Marmelade oder ein Vollkorntoast mit Butter sein. Ist erst einmal etwas im Magen, kommt der Kreislauf in Schwung, und das Kind kann sich besser konzentrieren. Ein Schokoriegel ist zwischendurch okay. Aber Vorsicht vor zu viel Süßem, denn Zucker macht müde.
WWW: https://eltern.lerntipp.at/Schule-Tipps-fuer-Eltern.shtml

Wie schaffe ich es, dass mein Kind zeitig ins Bett geht?
Ein Grundschulkind benötigt mindestens zehn, besser zwölf Stunden Schlaf, um sich zu erholen. Muss es zwischen 6 und 7 Uhr aufstehen, sollte es zwischen 19 und 20 Uhr im Bett liegen. Damit das klappt, führen Sie abends feste Rituale ein: Essen Sie erst gemeinsam, packen Sie dann für den nächsten Tag den Ranzen und legen die Kleidung raus. Danach Waschen und ab ins Bett. Dort gibt es eine Zeit zum ruhig werden, entspannen und kuscheln. Lesen Sie gemeinsam ein Buch. Oder lassen Sie sich vom Kind den Tag rückwärts erzählen. Vermeiden Sie, wenn möglich, dass Ihr Kind vor dem zu Bett gehen herumtobt oder Fernsehen schaut. Das macht nur wach und munter.
WWW: https://lerntipps.lerntipp.at/lernen-und-schlafen/

Was mache ich, wenn es morgens nicht aufstehen will?
Planen Sie ausreichend Zeit ein, damit das Kind in Ruhe aufwachen kann. Zuerst gibt es drei liebevolle und sanfte Weckmomente eines Elternteils, am besten alle fünf Minuten. Nach dem dritten Versuch kommt dann die Aufforderung: Jetzt aufzustehen! Reagiert das Kind nicht, kommt der nasse Waschlappen, der schnell munter macht. Wenn das nicht funktioniert, wird das Kind zur Not auch mal im Schlafanzug zur Schule gefahren. Das will es danach garantiert nie wieder erleben. Kurz gesagt: Klare Regeln und Konsequenz beim Wecken!

Wie wecke ich bei meinem Kind die Lust aufs Lernen?
Die ist bei jedem gesunden Kind von Natur aus da. Die Kunst ist es, diese Lernlust zu erhalten. Kinder können die Welt im wahrsten Sinne des Wortes besser begreifen als verstehen. Also heißt es: Begeisterung schaffen! Probieren Sie Dinge gemeinsam aus, machen Sie Sachen selbst. Hat das Kind zum Beispiel keine Lust auf Englisch-Vokabeln, kaufen Sie ein englisches Kochbuch und bereiten Sie zusammen die Gerichte zu. So lernt Ihr Kind spielerisch.
WWW: https://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNEN/Lernfreude.shtml

Quelle
http://www.bild.de/ratgeber/kind-familie/grundschule/kann-ich-noten-mit-dem-schulbrot-besser-machen-47534896.bild.html



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Ein besonderer Lerntipp zum Schulanfang



Viele Schülerinnen und Schüler kennen das: es gibt Fakten, die man immer wieder vergisst bzw. die man sich einfach nicht merken kann. Für den einen sind es bestimmte Vokabeln, für den anderen ganz bestimmte Formeln oder Jahreszahlen. Das hat zur Folge, dass man immer wieder im Wörterbuch Nachschlagen bzw. in einem Buch oder Heft Nachschauen muss. Und das kostet Zeit bzw. man ist dann meist auch verärgert, was der Lernfreude auch nicht gerade dient!

Hier unser Tipp: man sollte sich für diese Fälle ein besonderes Heft zulegen, in das man diese Fakten einträgt. So weiß man, wo man dann beim nächsten Mal im Zweifelsfall schnell nachschlagen kann. Eine Ergänzung zu dieser Methode kann auch ein spezielles Lernposter sein, dass man an einem Ort, an dem man sich besonders häufig aufhält, aufgehängt wird. Siehe dazu Lernen im Vorübergehen mit dem Vokabel-Poster oder „Mach Werbung gegen Fehler!“

Lernplakat
[Bildquelle: http://www.ku-eichstaett.de/]



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Tipps zum Auswendiglernen



Vorbemerkung: Auch heute noch scheint es wichtig und notwendig, manche Dinge in der Kindheit oder Schule auswendig zu lernen, und zwar nicht nur, um dadurch Wissen anzuhäufen, sondern vor allem, um eine eigene Identität zu bilden, denn diese besteht nicht zuletzt auch aus dem, woran man sich erinnert. Heute geht das Auswendiglernen mit den neuen Lehrplänen und Unterrichtsmethoden immer mehr verloren, denn man zielt heute vor allem darauf ab, dass SchülerInnen selbst Regeln und die dafür notwendigen Informationen finden, wodurch jenes durch das Auswendiglernen von Konzepten, Texten oder Daten erwerbbare Grundgerüst für das Langzeitgedächtnis und das spätere Erinnerungsvermögen an Bedeutung verliert.

Auswendiglernen wird auch häufig als Gegenpol zum Verständnislernen betrachtet, was natürlich eine gewisse Berechtigung hat. Allerdings gibt es manches, das vor allem in jungen Jahren auswendig gelernt werden muss – etwa Grundlagen der Mathematik wie das Einmaleins oder die Grammatik einer Sprache. Dabei gilt es die „Lernarbeit“ in zwei Schritte zu unterteilen: das Lernen der Abfolge und die Fokussierung auf die Auslöser.

Das Lernen der Abfolge
Auswendig lernen Ein einfacher Weg ist die reine Repetition, etwa sich den zu lernenden Inhalt auf seinen MP3-Player zu sprechen und immer wieder anzuhören, etwa beim Autofahren, Spazierengehen oder Joggen. Man kann den Text auch immer wieder laut vorlesen, wobei lesen und sprechen etwas mehr Speicherkapazitäten aktiviert, als nur zu hören. Wichtig ist auch, längere Texte in einzelne Abschnitte zu zerlegen, die nicht immer mit den vorgebenen Absätzen zu tun haben müssen. Beim Auswendiglernen sollte man unbedingt die Fähigkeit des Gehirns nutzen, sich bildhafte Dinge wesentlich leichter einzuprägen als Gesprochenes oder Gelesenes, denn das Gehirn denkt häufig in Bildern, wobei möglichst bunte und große Bilder besser sind. Daher ist eine Visualisierung der Struktur des Gelernten sinnvoll, denn will man ein Gedicht lernen, so ist es sinnvoll sich an der Anzahl der Strophen zu orientieren und etwa zu jeder einzelnen ein Comic zeichnen. Man kann auch die gesamte Handlung vor dem geistigen Auge stellen, so als ob man innerlich einen Film sieht.

Die Fokussierung auf den Auslöser
Im zweiten Schritt kommt es darauf an, den gelernten Ablauf auf einen Auslöser hin zu verdichten und diesen Auslöser so zu wählen, dass er sich z.B. mit einer möglichen Prüfungsfrage verknüpft. Man muss also einen Schlüsselbegriff überlegen, durch welches Wort das zuvor Gelernte abgerufen werden sollte. Diesen Auslöser muss man nun mit dem Beginn der Lösung verknüpfen, denn wenn man sich an diesen ersten Aspekt der Lösung erinnert, dann kann das Gehirn meist auch den Rest der Lösung abrufen. Bei einem Gedicht wird der restliche Text einer Strophe durch den Anfang des Satzes abgerufen. Bei Gedichten sollte man besonderen Wert auf die Übergänge legen, etwa dass das letzte Wort der vorherigen Strophe das erste Wort der folgenden Strophe auslösen sollte.

Wichtig dabei ist auch der richtige Abstand der Wiederholungen, wobei man die erste Wiederholung etwa acht Stunden nach dem ersten Lernvorgang ansetzen sollte, also am nächsten Morgen, wenn man gelernt hat, bevor man ins Bett gegangen ist, oder am Abend, wenn man sich gegen Mittag mit dem Text befasst hat. Die zweite Wiederholung sollte etwa nach einem Tag erfolgen, die dritte zwei Tage nach der zweiten Wiederholung. Dieses Muster ist deshalb wichtig, da sich in den Lernpausen das Gehirn weiter mit dem Text beschäftigt, wobei es neue Informationen mit schon vorhandenen verknüpft und weitere Nervenverbindungen herstellt. Um Gedichte ein Leben lang zu behalten, sollte man sie etwa viertel- oder halbjährlich wiederholen.

Lehmann (2007) beklagt, dass niemand mehr Gedichte auswendig lernt, was später auch beim Lernen von Formeln, Geschichtszahlen oder Vokabeln hilfreich wäre und gibt zehn Tipps zum Auswendiglernen von Gedichten, in denen so ziemlich alle „Tricks“ und „Tipps“ zusammengefasst sind:

  • Mit Sinn und Verstand: Nicht drauflos lernen, erst sichergehen, dass man verstanden hat, worum es geht. Den Text von vorn bis hinten lesen und in eigenen Worten zusammenfassen.
  • Mit Rhythmus: Klatschen, singen, stampfen – alles, was den Takt des Gedichts untermalt, kann eine Stütze sein – , aber bei Gereimtem aufpassen, dass es nicht heruntergeleiert wird!
  • Mit Körpereinsatz: Die wenigsten Schüler können im Sitzen auswendig lernen. Ausprobieren, was funktioniert: deklamieren und dabei zur Unterstützung schreiten, Grimassen schneiden, gestikulieren.
  • Mit Stimmkraft: Die Zeilen nicht stumm im Kopf durchgehen, sondern vor sich hin murmeln. Dann verschiedene Interpretationen probieren: z. B. betont wütend oder cool sprechen.
  • Mit Comicstrips: Manchen kann es helfen, sich den Inhalt aufzumalen, kleine Skizzen für jede Zeile oder Strophe als Gedächtnisstützen anzufertigen.
  • Mit Signalwörtern: Eine Trainingseinheit einschieben, die sich nur den Reimen widmet: Die Wörter farbig unterstreichen, dann auswendig lernen.
  • Mit Übergängen: Besonderes Augenmerk auf den Sprung von einer Strophe zur nächsten legen: Wie geht es thematisch weiter, fällt mir eine Eselsbrücke zu diesem Anschluss ein? <
  • Mit Wiederholungen: Rechtzeitig anfangen ist wichtig. Ausreichend Zeit für mehrere Durchgänge einplanen. Erst das Ganze ein paar Stunden ruhen lassen, dann einen Tag und es dann wieder ins Gedächtnis rufen.
  • Mit Generalprobe: Damit der Vortrag vor der Klasse kein Sprung ins kalte Wasser wird, spätestens am Abend vorher schon vor Familie oder Freunden einen Auftritt proben.
  • Mit Vorbildern: Gibt es eine Hör-CD, auf der ein Schauspieler das Gedicht vorträgt? Solche Vorbilder können inspirierend wirken, das Erinnern erleichtern.

Hinweis: Unsinnig sind leider immer wieder genannte Tipps wie das häufige Abschreiben eines längeren Textes, wobei das nicht einmal bei schriftlichen Prüfungen hilft, sondern nur viel Zeit kostet, die man besser in strukturiertes Lernen investiert!

Historische Anmerkung

Das lateinische Wort „memoria“ – Memorieren bezeichnet bekanntlich das Auswendiglernen – bedeutet „Gedächtnis“ oder „Erinnerung“, „Ereignis“ oder „Nachricht“. Auch die Geschichte als Überlieferung sowie die Zeit als Gegenstand der Erinnerung sind Aspekte, die dieser lateinische Begriff in sich birgt. Nicht zuletzt bezeichnet „memoria“ als Kunst des Auswendiglernens einer Rede auch einen Topos der klassisch-antiken Rhetorik. Für das Ende dieser verinnerlichenden Mnemotechnik sorgte die Durchsetzung des Buchdrucks, die zur Etablierung des modernen Massenbuchmarktes führte. Das Medium Buch reduzierte als dauerhafter Speicher die Notwendigkeit, zu tradierendes Wissen auswendig zu lernen.

Quellen

Ebert, M. (2009). Wie lerne ich etwas auswendig?
WWW: http://mariusebertsblog.com/2009/11/15/
wie-lerne-ich-etwas-auswendig/ (09-11-15)
Lehmann , Ischta (2007). Leichter auswendig lernen. Zehn Tipps zum Auswendiglernen.
WWW: http://www.focus.de/schule/lernen/lernatlas/
fremdsprachen/lerntipps_aid_28595.html (08-08-11)
https://eltern.lerntipp.at/Kleine-Einmaleins-1×1-lernen.shtml (09-11-01)
https://schule.lerntipp.at/26/a.shtml (09-11-01)
http://www.teckbote.de/nachrichten/lokalnews_artikel,-Gedaechtnismetaphern-%E2%80%9Ere-auratisiert%E2%80%9C-_arid,83067.html (14-04-29)


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© Werner Stangl Linz 2019