Zum Inhalt springen

Buchtipp: Das alte Ägypten: Ein Kinderbuch mit vielen Überraschungen

    Pyramiden, Mumien und Pharaonen – beim Thema altes Ägypten sind viele Kinder sofort neugierig. Auch bei uns ist das ein Thema, bei dem gerne einmal länger nachgefragt wird: Wie wurden die Pyramiden gebaut? Warum wurden Menschen mumifiziert? Und was hat es eigentlich mit den vielen ägyptischen Göttern auf sich? Das Buch „Das alte Ägypten“ von Sabine Klauser und Mirko Drotschmann aus dem Verlag arsEdition greift diese Fragen auf und macht daraus ein abwechslungsreiches Sachbuch für Kinder ab sieben Jahren. Dabei fällt vor allem eines sofort auf: Hier gibt es richtig viel zum Aufklappen. Schon das Cover macht einiges her. Darauf ist die Totenmaske von Tutanchamun zu sehen – und sie ist tatsächlich fühlbar. Das ist zwar nur ein kleines Detail, macht das Buch aber gleich interessanter. Man möchte es einfach in die Hand nehmen und schauen, was sich auf den nächsten Seiten verbirgt.

    Jede Menge Klappen

    Auf den zehn Doppelseiten ist einiges los. Neben den großen Illustrationen gibt es zahlreiche kleine und größere Klappen, hinter denen weitere Bilder und Informationen stecken. Manche sind schnell geöffnet, andere lassen sich über einen größeren Teil der Seite aufklappen. Genau das dürfte für Kinder den Reiz des Buches ausmachen. Man liest nicht einfach einen Text nach dem anderen, sondern schaut sich zunächst die Seite an und überlegt, was sich wohl hinter der nächsten Klappe verbirgt. Gerade beim gemeinsamen Anschauen entstehen dadurch immer wieder kleine Gespräche. Allerdings muss man auch sagen: Die Seiten sind ziemlich voll. Wer es gerne schlicht und übersichtlich mag, könnte sich anfangs etwas erschlagen fühlen. Für ein Buch, das zum Entdecken gedacht ist, passt die Gestaltung aber gut. Und meistens gibt es eben gerade wegen der vielen Details einen Grund, noch einmal genauer hinzusehen.

    Was gab es im alten Ägypten zu entdecken?

    Inhaltlich nimmt das Buch die Kinder mit durch viele verschiedene Bereiche. Los geht es mit dem Nil und seiner Bedeutung für das Leben im alten Ägypten. Danach geht es unter anderem um die Götter und die Pharaonen. Natürlich dürfen auch die großen Klassiker nicht fehlen: Pyramiden, Mumien und Gräber. Gerade diese Seiten dürften bei vielen Kindern besonders gut ankommen. Die Klappen passen hier wunderbar, weil man beispielsweise zusätzliche Einblicke bekommt und immer wieder neue Einzelheiten entdecken kann. Mir gefällt außerdem, dass das Buch nicht ausschließlich die großen Herrscher und Bauwerke in den Mittelpunkt stellt. Es geht auch um den Alltag der Menschen. Wie haben sie gewohnt? Was haben sie gegessen? Welche Tiere gab es? Und wie sah das Leben der Menschen am Nil aus? Dadurch wird das Thema abwechslungsreicher und man bekommt ein besseres Gefühl dafür, wie das Leben damals tatsächlich gewesen sein könnte.

    Nicht nur Pyramiden und Pharaonen

    Auch die Tierwelt des alten Ägypten bekommt ihren Platz. Dabei wird erklärt, welche Bedeutung bestimmte Tiere für die Menschen hatten. Für Kinder ist das eine schöne Ergänzung, weil man hier auf Dinge stößt, die man vielleicht nicht unbedingt erwartet. Spannend ist auch der Abschnitt über die Erfindungen der Ägypter. Hier zeigt sich, dass die Menschen damals in vielen Bereichen erstaunliche Kenntnisse hatten. Das Buch vermittelt damit ganz nebenbei, dass die Geschichte des alten Ägypten deutlich mehr umfasst als die bekannten Pyramiden. Zum Ende geht es um die Wiederentdeckung Ägyptens. Damit wird der zeitliche Bogen bis in die Neuzeit gespannt.

    Unser Eindruck

    Was uns an „Das alte Ägypten“ besonders gefällt, ist die Mischung aus Sachwissen und Beschäftigung. Das Buch möchte nicht einfach nur gelesen werden. Man kann darin blättern, Klappen öffnen, Bilder anschauen und an vielen Stellen hängen bleiben. Für Kinder ab sieben Jahren ist das eine schöne Möglichkeit, sich spielerisch mit Geschichte zu beschäftigen. Je nach Lesestand werden jüngere Kinder die Texte wahrscheinlich noch gemeinsam mit den Eltern lesen wollen. Vieles lässt sich aber auch einfach anhand der Bilder und Klappen entdecken. Das Buch ist deshalb nicht unbedingt etwas für Kinder, die möglichst schnell möglichst viele Informationen lesen möchten. Seine Stärke liegt eher darin, dass man sich Zeit nehmen kann. Eine Doppelseite kann durchaus länger beschäftigen, weil hinter einer Klappe schon wieder die nächste Information wartet.

    Siehe dazu auch die Bedeutung des Elterlichen Vorlesens.

    Fazit: „Das alte Ägypten“ ist ein aufwendig gestaltetes Sachbuch für Kinder ab 7 Jahren, das Geschichte auf eine sehr anschauliche Art vermittelt. Die vielen Klappen, die großen Illustrationen und die tastbare Tutanchamun-Maske machen das Buch zu etwas Besonderem. Wer sich für Pharaonen, Pyramiden, Mumien und das Leben im alten Ägypten interessiert, findet hier viele spannende Informationen – und vor allem jede Menge zum Entdecken.

    Autor: Dr. Benjamin Stangl, Freiburg.

    Schreibe einen Kommentar