Wiederholen ist nicht alles beim Lernen

Ein nicht auszurottendes und durch Generationen tradiertes Grundprinzip des Lernens ist das Beharren auf der Wiederholung von Lernstoffrepetitio est mater studiorum. Man glaubt, je öfter man Gedichte, Einkaufszettel, Formeln oder Texte wiederholt, desto besser werden sie eingeprägt. Aus psychologischer und neurologischer Sicht haben Wiederholungen allerdings nur eine sekundäre Bedeutung beim Erlernen von Neuem. Ein Grundprinzip der Einprägung in das Gedächtnis ist der Umstand, dass ein Inhalt mehr oder minder überraschend daherkommt. Während ein bereits bekannter Lernstoff, der immer in gleichförmiger Weise ohne Neuigkeitswert repetiert wird, nur mühsam vom Gehirn abgespeichert werden kann, prägen sich angenehm oder auch unangenehme überraschende Inhalte sofort ein. Das liegt daran, dass eine Nervenzelle nur dann etwas lernt, wenn eine Voraussage nicht eintrifft.

Siehe dazu auch Was hilft dem Gedächtnis beim eigentlichen Einprägen?





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© Werner Stangl Linz 2017