Wie eine Schnecke …

Beim Lernen wie auch bei anderen Aktivitäten im Leben haben die meisten Menschen den Wunsch, dass es schnell gehen soll, also alle Erledigungen so zu behandeln, als wenn sie etwas Unangenehmes wären, das man so rasch wie möglich hinter sich bringen möchte. Allmählich verlernt man, Dinge auch langsam und sorgsam zu tun. Da ist es eine gute Übung, einmal gezielt eine Viertelstunde lang sein Leben zu entschleunigen, also alle Bewegungen, salle Tätigkeiten und Abläufe für eine Viertelstunde auf Schneckentempo umzustellen. Dafür sollte man sich ruhig einen Wecker stellen – am besten abends zu Hause. In dieser Viertelstunde sollte man langsamer als gewohnt durch die Wohnung gehen, sich langsamer hinsetzen – was auch immer man tut, man macht es einfach gemächlicher als üblich. Man wird dabei bald entdecken, dass eine Viertelstunde ganz schön lang dauern kann, d. h., man entwickelt ein anderes Zeitgefühl. Anfangs ist dieses bewusste Verlangsamen ungewohnt und schon nach wenigen Minuten wird man bei diesem Experiment innerlich ungeduldig oder  nervös. Man kann diese Übung auch bei einem Spaziergang im Park machen – man wird dabei viel mehr Details in seiner Umwelt entdecken als bei seinem üblichen Tempo. Man wird unter Umständen mehr sehen als wenn man schnell unterwegs ist.

Quelle: zeitblüten-Newsletter vom 24. Februar 2012





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