Spezialtipp:
Lernen mit einem Lern- oder Vokabelposter!
Klicken Sie auf das Bild, um mehr zu erfahren!

vokabel-poster

Erfahren Sie mehr dazu!


Warum ist Mathematik so schwer zu lernen?

Viele Schülerinnen und Schüler klagen darüber, dass Mathematik ein so schwieriger Lerngegenstand ist. Auch die meisten Erwachsenen sind sich im Rückblick darüber einig, dass Mathematik in der Schule ihr schwierigster Gegenstand war, und dass sie auch heute noch Probleme haben, mathematische Aufgaben ihrer eigenen Kinder zu verstehen. Auch ein Blick in Mathematikhefte von Schülerinnen und Schülern lässt viele erschauern, denn es wimmelt dort nur so von kryptischen Rechen- und Vorzeichen, von Formeln und Kürzeln, von Unbekannten wie x und y, griechischen Buchstaben und Bruchstrichen, Klammern in allen Variationen. Mit Schaudern erinnern sich noch manche, dass ihre Mathematiklehrerin oder Mathematiklehrer von eleganten Tafelanschrieben begeistert waren, sie als Schülerinnen und Schüler aber nur Bahnhof verstanden haben.

In der schriftlichen und auch sprachlichen Notation von Mathematik liegt eine der Hauptursachen für die Probleme, die Menschen mit Mathematik haben. So logisch, nachvollziehbar und überzeugend manche Rechnungen an der Tafel bzw. auch im eigenen Schulheft in der Schule noch waren, so schwierig wird es, wenn man die selben Aufgaben zu Hause wiederholen oder üben möchte. Die Notation in Mathematik stellt gewissermaßen nur das Gerippe jeder mathematischen Berechnung dar, während die Sehnen, die Knorpel und das Fleisch, dass sich zwischen den Knochen befindet, auf dem Papier fehlt. Durch das Fehlen dieser Verbindungen fehlt daher auch die Möglichkeit, auch schon einmal Verstandene wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Die Lösung dieses „mathematischen Problems“

Schülerinnen und Schüler sollten daher im Mathematikunterricht versuchen, jene gesprochenen Verbindungen des Gerippes in ihren Mathematikheften ebenfalls in geeigneter Weise zu notieren, sodass sie später in der Lage sind, das, was „zwischen den Zeichen“ und „zwischen den Zeilen“ passiert, sich wieder in Erinnerung zu rufen. Man wird sich dabei häufig wundern, wie lange eine kurze Zeile einer Formel auf dem Papier in gesprochenen Worten tatsächlich ist.

Übrigens findet sich ein ähnliches Notations-Problem in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie oder Physik, die bei manchen Menschen ähnliche Ängste und dadurch oft auch Ablehnung auslösen.

Übrigens: Zwar waren die Griechen nicht die ersten, die sich mit Mathematik beschäftigten, sondern das taten schon die Babylonier und Ägypter vor ihnen, doch stammt das Wort Mathematik aus dem Griechischen, wobei das griechische Wort mathema so viel wie Erlerntes, Kenntnis oder ganz allgemein Wissenschaft bedeutet. Der Begriff mathematike techne bezeichnet somit die Kunst des Lernens bzw. zum Lernen gehörig. Für Mathematik gibt es keine allgemein anerkannte Definition, doch versteht man Mathematik üblicherweise als jene Wissenschaft, die durch logische Definitionen selbstgeschaffene abstrakte Strukturen mittels der Logik auf ihre Eigenschaften und Muster untersucht.

Finger helfen beim Mathematiklernen

Untersuchungen haben übrigens gezeigt, dass eine visuelle Hilfe wie die eigenen Finger eine Schlüsselfunktion haben, wenn es darum geht, Mathematik zu verstehen und zu unterrichten. Menschen haben in ihrem Gehirn ein Abbild der Finger, selbst wenn man die Hände gar nicht zum Rechnen benutzt, was auch gilt, wenn man längst aus dem Alter heraus ist, dass man Dinge mit den Fingern abzählt.

Eine Studie mit Schülern im Alter von 8 bis 13 Jahren, die komplexe Minusaufgaben lösen sollten, zeigte, dass dabei jener Bereich des Gehirns zur Wahrnehmung der Finger aktiviert wurde, auch wenn die Schüler ihre Hände gar nicht einsetzten. Die eigenen Finger sind vermutlich die beste visuelle Hilfe und entscheidend, um Mathematik zu verstehen und das Gehirn weiter zu entwickeln, und zwar bis ins Erwachsenenalter. Das Verstehen der Mathematik mit Hilfe der eigenen Finger ist vermutlich auch deshalb so entscheidend, sodass man darin einen Grund für das oft höheres mathematische Verständnis bei Klavierspielern und anderen Musikern vermutet.
Wissenschaftler sind daher der Ansicht, wenn man Kinder davon abhält, mit ihren Fingern zu rechnen, dies deren mathematische Entwicklung behindert. Bekanntlich trauen sich viele Kinder nicht, mit ihren Fingern zu rechnen und tun dies nur heimlich unter dem Tisch. Dabei ändert sich bei Schülern, die durch bildliche Darstellungen lernen, die ganze Mathematik und gewinnen dadurch ein neues, tieferes Verständnis.

Übrigens wird 2018 ein Heft im Journal für Mathematik-Didaktik erscheinen, das sich mit der Psychologie als Bezugsdisziplin der Mathematikdidaktik beschäftigt. Dort heißt es: „In zahlreichen Studien der jüngeren Vergangenheit werden zur Untersuchung mathematikdidaktischer Fragestellungen auch psychologische Theorien und Modelle herangezogen. Beispielsweise werden zum besseren Verständnis von Lernschwierigkeiten bei Brüchen neben fachlichen Aspekten auch die kognitiven Verarbeitungsprozesse betrachtet. Gerade weil es enge Beziehungen zwischen Psychologie und Mathematikdidaktik gibt, stellt sich die Frage nach der spezifischen Rolle der Psychologie für die mathematikdidaktische Forschung. In welchen Bereichen der aktuellen mathematikdidaktischen Forschung sind psychologische Ansätze besonders einflussreich? Inwiefern sind solche Ansätze hilfreich und nützlich, um konkrete mathematikdidaktische Fragestellungen zu beantworten, und wo liegen Grenzen?“
Übrigens: Die Einladung der ausgewählten Beiträge durch die Herausgeber erfolgt im Juli 2016. Die Manuskripte sind dann bis zum 31.12.2016 fertigzustellen. Das Heft wird 2018 erscheinen.





You must be logged in to post a comment.

You must be logged in to post a comment.

free counters

© Werner Stangl Linz 2017