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Rechtschreibung lernen

    Sprache lernen im Vorübergehen! Lernposter

    Das Internetportal www.orthografietrainer.de möchte DeutschlehrerInnen rmöglichen, mit Ihren Klassen gezielt und nachhaltig Probleme der deutschen Rechtschreibung zu üben, ohne selbst korrigieren zu müssen. Das Trainingskonzept von Orthografietrainer.de ist so angelegt, dass typische Probleme klassischer Rechtschreibübungen umgangen werden, sodass der Übungseffekt gesteigert werden kann. LehrerInnen melden ihre Klassen bei an und erhalten für jeden Schüler Zugangsdaten. Anschließend legen sie für Ihre Klasse bestimmte Übungen als Hausaufgaben fest. Die SchülerInnen können sich nun mit Ihren Zugangsdaten einloggen und werden automatisch zu ihren Hausaufgaben weitergeleitet. Sie trainieren so lange, bis sie alle Aufgaben richtig machen. Erst dann wird Ihre Hausaufgabe als erledigt“ in die Datenbank eingetragen. Die betreuende Lehrkraft kann jederzeit online überprüfen, wer bereits seine Hausaufgaben gemacht hat und wer noch nicht. Weitere Korrekturen sind nicht notwendig.
    Das Trainingskonzept – unmittelbares Feedback
    In klassischen Rechtschreibübungen erfahren Lernende stets erst zeitlich verzögert, welche Aufgaben sie richtig und welche sie falsch gemacht haben. Oft werden dabei die Korrekturen kaum zur Kenntnis genommen, sodass der Lerneffekt gerade in den fehlerträchtigen Bereichen oft sehr gering bleibt. Bei Orthografietrainer.de hingegen erfährt der Lernende unmittelbar, ob seine Entscheidung richtig war oder nicht, sodass er ggf. korrigierend eingreifen kann und muss. Erst wenn er alle Aufgaben der Übung fehlerfrei gelöst hat, gilt seine Aufgabe als erledigt“. Das unmittelbare Feedback erhöht somit den Trainingseffekt der Übungen und führt bei den Schülerinnen und Schülern zu einer spürbaren Verbesserung ihrer Rechtschreibfähigkeiten. Dies ist einer der Gründe, warum viele Schülerinnen und Schüler sehr gern mit Orthografietrainer.de arbeiten.
    Das Angebot von www.orthografietrainer.de ist vollständig kostenlos und dient ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken. Das Portal verfolgt das Ziel, orthografische Fehlerdaten zu sammeln und statistisch auszuwerten. Über diesen Weg ist langfristig eine Verbesserung unserer Kenntnisse über die orthografische Kompetenz von Schülerinnen und Schülern verschiedener Altersstufen geplant, um so die Optimierung des schulischen Rechtschreibunterrichts zu ermöglichen.

    Fibelmethode ist anderen Formen des Schriftspracherwerbs überlegen

    In einer Untersuchung (Kuhl, & Röhr-Sendlmeier, 2018) verglich man die Rechtschreibleistungen von Kindern, die mit drei unterschiedlichen Methoden das Schreiben erlernt haben.

    • Der systematische Fibelansatz führt schrittweise einzelne Buchstaben und Wörter ein. Gesprochene Wörter werden unter Anleitung in Einzellaute zerlegt und jeder Laut einem Buchstaben zugeordnet. Fibeln sind so aufgebaut, dass die Kinder die Schriftsprache in einem fest vorgegebenen, strukturierten Ablauf vom Einfachen zum Komplexen erlernen und einen schriftsprachlichen Grundwortschatz aufbauen. Hilfestellungen und Korrekturen durch die Lehrperson gehören dazu.
    • Beim Ansatz Lesen durch Schreiben (von Jürgen Reichen) werden Kinder angehalten, möglichst viel frei zu schreiben – das Lesen soll über das Schreiben mitgelernt werden. Korrekturen falsch geschriebener Wörter sollen unterbleiben, da so die Schreibmotivation der Kinder beeinträchtigt würde.
    • Auch die Rechtschreibwerkstatt gibt den Schülern keine feste Abfolge einzelner Lernschritte vor, sondern stellt lediglich Materialien zur Verfügung, die die Kinder selbstständig in individueller Reihenfolge und ohne zeitliche Vorgaben bearbeiten.

    Man teste die Erstklässler kurz nach der Einschulung auf ihre Vorkenntnisse und nachfolgend an fünf weiteren Terminen bis zum Ende des dritten Schuljahres mit der Hamburger Schreib-Probe. Sie erfasst als Standardverfahren die Rechtschreibleistungen von Schülern in Form eines Diktats. Die Fibelgruppe hat sich gegenüber den beiden anderen Didaktikgruppen als überlegen erwiesen, denn zu allen fünf Messzeitpunkten haben die Fibelkinder bessere Rechtschreibleistungen erbracht. So machten Kinder, die mit Lesen durch Schreiben“ unterrichtet wurden, am Ende der vierten Klasse im Schnitt 55 Prozent mehr Rechtschreibfehler als Fibelkinder, in der Rechtschreibwerkstatt“ unterliefen den Schülern sogar 105 Prozent mehr Rechtschreibfehler als Fibelkindern.

    Die Studienergebnisse weisen nach Ansicht der Autoren klar darauf hin, dass alle Kinder gleichermaßen vom Einsatz einer Fibel im Unterricht profitieren, wobei sich die Überlegenheit des Fibelansatzes sowohl bei Kindern mit deutscher Muttersprache als auch mit anderen früh erlernten Sprachen zeigte.

    Ein kleines Spiel zum Erlernen der Rechtschreibung

    Kinder sehen zwar ein, dass Texte ohne Rechtschreibfehler zu verfassen im Leben wichtig ist, doch Regeln auswendig zu lernen oder immer wieder die gleichen Wörter zu üben macht ihnen keinen Spaß. Daher ist es sowohl im Unterricht als auch zu Hause besser, das Lernen und die Lerninhalte in unterhaltsame und lehrreiche Spiele zu verpacken. Kinder, die schon recht gut mit der Sprache umgehen können, mögen kompliziertere Spiele, wenn diese etwa due Sprache verfremden, was man an der Kreativität erkennen kann, wie sie neue Wörter oder Beschreibungen erfinden. So kann man jedem Kind jeweils die Seite einer Zeitung geben, die gerade noch für ihr Alter geeignet ist, vielleicht die bunte Seiten einer Wochenendbeilage. Die Kinder bekommen nun eine Aufgabe, mit Bleistift und Papier in 5 Minuten alle Artikel (der, die, das oder ein, eine) in diesem Text zu finden. Wie häufig kommt ein zusammengesetztes Hauptwort vor? Wie viele Fragezeichen oder Anführungszeichen stehen in diesem Text?

    Für Interessierte: Der wissenschaftliche Hintergrund



    Literatur

    Kuhl, T. & Röhr-Sendlmeier, U. M. (2018). Der Verlauf des Rechtschreib-Lernens – drei Didaktiken und ihre Auswirkungen auf Orthographie und Motivation in der Grundschule. Vortrag und Posterpräsentation auf dem 4. Dortmunder Symposium der Empirischen Bildungsforschung (TU Dortmund), 04.-05. Juli 2018.

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