Abschreiben als falsche Lerntechnik

10. Februar 2018 – 08:59
Eine völlig nutzlose Arbeitstechnik ist das wiederholte Abschreiben von Texten. Leider wird diese falsche Lerntechnik noch immer tradiert und sogar von LehrerInnen empfohlen.
Abschreiben ist aber eine völlig nutzlose und daher keine sinnvolle Lerntechnik, da man beim Abschreiben jedem Aspekt eines Lernstoffes die gleiche Aufmerksamkeit widmet, d. h., jedes Bindewort oder jedes Füllwort erhält die gleiche BEdeutung.
Für effizientes Lernen ist aber angebracht, das für eine Prüfung Relevante herauszufinden und zu betonen, das Irrelevante hingegen weniger zu beachten oder gar zu streichen.
Darüber hinaus wird durch Abschreiben der Lernstoff unangemessen aufgebläht, sodass er dem Lernenden ungeheuer groß vorkommt, wobei das Wesentliche des Inhalts, also das, was man lernen sollte, in wenigen Sätzen oder Merkwörtern zusammengefasst werden kann!
Kurioses zum Thema: Der Schriftsteller Karl May wuchs in einer armen Weberfamilie auf und sein Vater wollte, dass er es später einmal besser hat und das ging nach dessen Meinung nur über Bildung. Also musste Karl May lernen, lernen, lernen, und zwar brachte brachte sein Vater alte Gebetbücher, Rechenbücher, Naturgeschichten und gelehrte Abhandlungen nach Hause, also vermutlich alles, was er finden konnte. Karl May musste es lesen oder teilweise abschreiben, weil sein Vater dachte, dass er es dadurch besser behalten könnte. Obwohl er von den vielen Texten oft kein Wort verstand, musste er nach eigenen Angaben ganze Tage und halbe Nächte lang dieses „unnötige Zeug“ in seinen Kopf packen.
Literatur & Quellen
Stangl, W. (2018). Falsche Lernstrategie Nummer 1: Wiederholtes Lesen. Werner Stangls Texte zum Lernen.
WWW: http://lerntipps.lerntipp.at/falsche-lernstrategie-nummer-1-wiederholtes-lesen/ (2014-08-10).


Prüfungvorbereitung in Form eines Rollenspiels

6. Februar 2018 – 19:25

Vor allem für Prüfungsängstliche kann ein Rollenspiel mit KollegInnen, in dem man eine Prüfung simuliert, eine gute Möglichkeit sein, die unausweichliche Nervosität in Prüfungssituationen zu reduzieren. Um eine möglichst realistische Prüfungssituation zu schaffen, sollte man sich gut überlegen, welche Fragen in dieser Prüfung auch tatsächlich gestellt werden könnten.
Nach solchen Rollenspielen kann man sich fragen, ob man den Fragen angemessen beantwortet hat. Wie hat man in Situationen reagiert, in denen man keine Antwort wusste? Gab es im Rollenspiel vielleicht ein Thema, zudem wman bisher zu wenig gelernt hat? Wie hat man sich gefühlt und war man nervös?
Ein solches Rollenspiel soll dazu beitragen, dass dann später die reale Prüfungssituation nicht mehr so fremd erscheint, weil man sich bereits in die Position des Prüflings hineinversetzen konnte. Mit der Zeit lernt man Fehler zu vermeiden und dann bei der konkreten Prüfung souverän zu reagieren. Dadurch entsteht mit der Zeit auch eine Art Prüfungsroutine, die die Angst erheblich reduzieren kann.



Tipps für Eltern für den Umgang mit Halbjahreszeugnissen

30. Januar 2018 – 11:20

In Halbjahreszeugnissen wollen Lehrerinnen und Lehrer Schülerinnen und Schülern aber auch ihren Eltern mitteilen, wie sie die Leistungen in der Schule einschätzen. Halbjahreszeugnisse sind ein schulisches Warnsystem, das rechtzeitig informieren soll, wie ist derzeit um die Leistung der Kinder steht. Für Eltern stellt sich dann oft die Frage, wie man konstruktiv über ein nicht so gutes Zeugnis spricht. Am Anfang eines solchen Gespräches sollte die Frage stehen, ob die Noten überhaupt gerecht sind. Wenn man mit einer solchen Frage beginnt, hilft man seinem Kind, ohne Druck über das Zeugnis zu reden, denn Schülerinnen und Schüler können ihre eigenen Leistungen oft meist ganz gut einschätzen. Außerdem signalisiert man mit dieser Frage, dass man an der Meinung seines Kindes interessiert ist.

Es gibt wohl kein Kind, das ein schlechter Schüler sein möchte, daher sollte man sich alle Vorwürfe ersparen, auch wenn diese unter Umständen gerechtfertigt wären, aber diese kommen immer zu spät. Letztlich bringen Vorwürfe grundsätzlich nichts, denn Vorwürfe sind für einen Dialog hinderlich und versperren nur die Wege zu neuen Lösungen. Eine gute Möglichkeit ist dabei, die aktuellen Zeugnisse mit den vorherigen Zeugnissen zu vergleichen. An diesem Punkt ist es wichtig, auch mögliche Verbesserungen zu erkennen und dafür dem Kind Anerkennung auszusprechen.

Dabei können auch Fragen auftauchen wie: Was hat sich gegenüber früher verändert? Ist der Unterrichtsstoff im letzten halben Jahr vielleicht schwieriger geworden? Gibt es Probleme in der Klasse? War das Kind einige Zeit krank? Eine solche ruhige Analyse, die auf Fakten basiert, hilft besser die Probleme zu erkennen als allgemeine Diskussionen.

Ist der Notenschnitt generell gesunken und zeigen sich schlechte Bewertungen vor allem in Nebenfächern, so kann dies als Signal gewertet werden, denn entweder ist die Schülerin bzw. der Schüler überfordert oder hat andere Sorgen. So kann auch die beginnende Pubertät durch die Veränderung der Interessen in diesem Alter und damit auch des Freizeitverhaltens zu einem Einbruch führen.

Oft fehlt es diesen Kindern an einer effektiven Lernorganisation (siehe dazu unseren bewährten Lerntipp Management für die Schule). Oft ist ein schlechten Zeugnis mehr als nur der Nachweis geringerer Leistungen, sodass man gemeinsam mit seinem Kind der Frage nachgehen kann, was es möglicherweise am erfolgreichen Lernen behindert und gemeinsam überlegen, wie man zukünftig besser an das Lernen herangehen kann. Dazu gehört auch die Freizeitplanung, denn diese ist wichtig, um einen Ausgleich zur Schule zu schaffen.

Weitere Tipps finden sich hier:



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© Werner Stangl Linz 2018