Impulse für die Schule? Nein! Falsche Lerntipps!



Wie wenig das Wissen um die Problematik der Ranschburgschen Hemmung verbreitet ist, sieht man an Arbeitsblättern, die online und auch in ausdruckbarer Form zum Download angeboten werden. Diese werden sogar als „Impulse für die Schule“ angepriesen!

  • Rechtschreibung, i oder ie
  • Rechtschreibung, ä oder e
  • Rechtschreibung, äu oder eu
  • Rechtschreibung, ck/k
  • Rechtschreibung, tz/z
  • Rechtschreibung, ihn/in,ihm/im

Mit solchen Übungen züchtet man geradezu Rechtschreibprobleme bei Kindern, anstatt diesen zu helfen! Man kann nur hoffen, dass dieses Angebot für Lehrerinnen und Lehrer bzw. Eltern nicht wahrgenommen werden, um ihren Schülerinnen und Schülern bzw. Kindern nicht zu schaden.

Wie man schon lange in der Psychologie weiß, überlagern sich ähnliche Buchstaben im Gehirn, und die Kinder brauchen viel zu lange, um die Buchstaben richtig zu speichern. Die Ursache dafür liegt in dem vor über 100 Jahren vom ungarische Psychiater Paul Ranschburg entdeckten „Gesetz der Ähnlichkeitshemmung„: Zu ähnliche Inhalte vermischen bzw. überlagern sich beim Lernen und Wiedergeben, wodurch Störungen entstehen, die den Lernvorgang und das spätere Erinnern hemmen. Er empfahl, dass solche Inhalte getrennt und mit zeitlichem Abstand vermittelt und gelernt werden sollten. Übrigens bezeichnet man im Englischen diese Problematik mit dem trefflichen Ausdruck „false friends„.

Weitere Information finden sich hier: Fehler, die Eltern machen.





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© Werner Stangl Linz 2017