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Hierarchisches Lesen wissenschaftlicher Bücher

Wissenschaftliche Literatur sollte man nicht wie einen Roman oder eine Erzählung von vorne nach hinten lesen, sondern nichtlinear bzw. hierarchisch lesen. Das bedeutet, man versucht zunächst die Kernaussagen und wichtigsten Informationen, Argumente oder Fakten in dem Buch zu bestimmen und dann erst die Details zu erschließen:

  1. Das erste Lesen ist eher ein Blättern und dient dem Überblick und dem Vorstrukturieren der Inhalte, so dass die Details später leichter erfassbar sind. Als Leser braucht man Ankerplätze, um Informationen daran festzumachen. In diesem Leseschritt sollte man mit einer Büroklammer jene Seiten und Kapitel ausklammern, die nicht relevant erscheinen, oder mit einem Bleistift einzelne unwichtige Passagen durchstreichen, womit sich der Leseaufwand auch optisch sichtbar reduziert und das die Motivation steigert.
  2. Im zweiten Durchgang liest man nun die relevanten Kapitel und Passagen zügig durch und markiert besonders wichtig erscheinende Textstellen. Statt dabei zurückzuspringen und lange nachzudenken, sollte man „vorwärtsorientiert“ lesen. Oft springt man zurück, weil man eine Aussage nicht versteht, doch die Erklärung findet sich oft später im Text und man benötigt mehr Informationen und Kontext für das Verständnis.
  3. In einem dritten Durchgang sollte man sich etwas Zeit nehmen, um die wirklich wichtigen Passagen in Ruhe zu durchdenken, diese übersichtlich zu notieren. Diese abschließende Verarbeitung, Verdichtung und Visualisierung von Informationen trägt maßgeblich zum Gesamtverständnis und zur langfristigen Speicherung bei.


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© Werner Stangl Linz 2017