Ersatzwortmethode



Die Ersatzwortmethode, auch Schlüsselwortmethode oder Keyword-Methode genannt, basiert auf der Assoziationstechnik und ist besonders für Lern­material geeignet, zu dem nicht leicht Assoziationen zu bilden sind. Dazu gehören abstrakte Daten und Fakten, Fremdwörter, Vokabeln oder Namen. Da fast jeder Lernstoff Fach und/oder Fremdwörter enthält, die das Lernen erschweren, spielt die Ersatzwortmethode in allen Gedächtnistrainings eine wichtige Rolle. Am häufigsten wird sie eingesetzt, um Fremdsprachen oder eine Fachterminologie zu lernen. Bei dieser Methode geht es darum lernpsychologische und gedächtnispsychologische Prinzipien anzuwenden, indem man neue Informationen mit bereits vorhandenem Wissen verknüpft und abstraktes bzw. unbekanntes Material in gut vorstellbare Bilder übersetzt.
Entscheidend ist es, Wörter und Begriffe in eine Form zu bringen, die Assoziationen zulässt, d. h., ein fremdes Wort in ähnlich klingende, vertraute Wörter zu zerlegen. Die Ersatzwörter sollen eine akustische Ähnlichkeit mit dem neuen, fremden Begriff haben und außerdem eine bildhafte Assoziation erlauben. Dadurch sind Aussprache und Schreibweise jederzeit reproduzierbar und können mit der Bedeutung des Wortes verknüpft werden. Beispiel: Kaltes heißt auf Griechisch Strümpfe, klingt aber auf Deutsch wie kalt. Der Merksatz könnte also lauten: Ich trage Strümpfe, wenn es kalt ist.

Mit Hilfe der Ersatzwortmethode ist es möglich, Lernmaterial auch dann aufzuarbeiten, zu dem nur schwer Assoziationen zu bilden sind, Dies trifft bei vielen Vokabeln und jeglicher Art von Fremdwörtern sowie Personennamen zu. Durch Anwendung dieser Technik kann man solche Wörter in eine Form bringen, die die Bildung von Assoziationen zulässt, so dass die Aussprache und Schreibweise jederzeit reproduziert und mit der Wortbedeutung assoziativ verknüpft werden kann. Somit stellt die Ersatzwortmethode ein wichtiges Bindeglied dar zwischen Assoziationstechnik und Loci-Methode, denn nur Worte, mit denen Assoziationsbildung möglich ist, können an den entsprechenden Orten abgelegt werden. Man ist jetzt nicht mehr darauf angewiesen, Assoziationen zur Wortbedeutung zu bilden, sondern man kann nun direkt Assoziationen zu dem Wort selber verwenden. Man erhält damit eine Art zweiten Freiheitsgrad, fällt einem zum Wortinhalt keine Assoziation ein, so arbeitet man über die Ersatzwortmethode.

Einige weitere Beispiele:

  • Soll z.B. das englische Wort „duck“ (Ente) gelernt werden. Das Wort klingt gesprochen ähnlich wie das deutsche Wort „Dock“. Man kann nun eine bildhafte Verbindung dadurch herstellen, dass man sich ein Dock vorstellt, in dem statt eines Schiffes eine riesengroße Ente schwimmt.
  • Das englische Wort „mice“ – die Mehrzahl des Wortes „mouse“ (Maus), die nicht in der üblichen Weise durch das Anhängen eines „s“ gebildet wird, was manchen SchülerInnen Probleme bereitet –  klingt so ähnlich wie das Wort „Mais“. Nun kann man sich dazu das Bild vieler Mäuse vorstellen, die an einem Maiskolben knabbern.
  • Um sich das englische Wort für „Ziege“ („goat“) zu merken, kann man sich einen wild dreinblickenden und mit Waffen behängten Goten vorstellen, der auf einer Ziege reitet.
  • Weitere Beispiele aus dem Englischen: „stout“ – „beleibt“: Eine beleibte Frau steht im Stau; „retreat“ – „(sich) zurückziehen“: Ein Rettich zieht sich langsam vom Teller zurück.
  • Um sich das französische Wort für „ Hund “ („chien“ – gesprochen „schieun“) zu merken, stellt man sich einen Hund vor, der auf einem Schi zu Tal fährt. Schi ist also das Schlüsselwort.

Die Beispiele stammen aus dem Lerntipp „Sperr dem Verstand eine Türe auf!




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© Werner Stangl Linz 2017