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Einkaufsliste mit 50 Artikeln, 100 Ziffern, 120-stellige binäre Zahlen …

In den Medien findet man immer wieder Berichte von erstaunlichen Gedächtnisleistungen, die manche TeilnehmerInnen von Kursen, die in der Regel ein Gedächtnisweltmeister hält, zustandebringen. Da kann man dann lesen: „Die Kandidaten sollten sich 50 Begriffe einer Einkaufsliste, die das Publikum in eine beliebige Reihenfolge gebracht hatte, 14 Minuten lang einprägen und anschließend in der richtigen Reihenfolge zu Papier bringen. Für die Schüler stellte das ein geringes Problem dar: Die spätere Siegerin XY hatte sich 49 von 50 Produkten der Einkaufsliste in der richtigen Reihenfolge gemerkt. Richtiges Lernen sei nicht abhängig vom Intelligenzquotienten eines Kindes, sondern von der Lerntechnik, mit der der Input „verarbeitet“ werde, erklärte Gedächtnistrainer XY. Der ist sich sicher, dass in den Schulen einiges anders laufen würde, wenn bestimmte Lerntechniken im Alltag zum Einsatz kommen würden. Das konnten die Teilnehmer auch in der zweiten Disziplin unter Beweis stellen: Hier ging es darum, sich eine Zahl aus 100 Ziffern zu merken. Auch sie wurde im Vorhinein vom Publikum zusammengestellt. Zwölf Minuten hatten die Schüler dafür Zeit, danach galt es, die Ziffern in der richtigen Reihenfolge wiederzugeben. XY meisterte auch diese Prüfung. Nur bei einer Ziffer liegt sie daneben. Auch die anderen Schülerinnen und Schüler schnitten mit hervorragenden Ergebnissen ab. Die nächsten beiden Aufgaben hatten es in sich: Zunächst galt es, sich eine 120-stellige binäre Zahl in sechs Minuten einzuprägen. Danach mussten die Kandidaten eine aus 50 verschiedenfarbigen Quadraten bestehende Farbreihe in der korrekten Reihenfolge wiedergeben. (…) Hexerei? Schummelei? „Nein, einfach die richtigen Lerntechniken angewandt“, verrät Gedächtnistrainer XY und erklärt. Diese Techniken existieren bereits seit 2500 Jahren und seien dennoch den meisten Pädagogen fremd. „Sie haben kaum Einzug in die Schulen gehalten“, bemängelt er, um dann zu erklären, worin das Geheimnis liegt: „In den von mir angewandten Lerntechniken muss man träumen. Die Hauptprinzipien lauten Bebilderung und Träumerei, alles Eigenschaften, die eigentlich in der Schule verboten werden“, schmunzelt XY. Wenn er mit den Kindern arbeite, müsse er ihnen diese Eigenschaften erst aufwändig wieder beibringen.“
Immer wieder sind es die selben Aufgaben, die hier gestellt und mit den klassischen mnemotechnischen Tricks auch gemeistert werden. Allerdings fragt man sich, wozu es im Alltag nützlich ist, sich diese Inhalte einzuprägen? Ein Einkaufszettel mit einer vernünftigen Ordnung – analog des Wegs durch die Regale – ist hier immer noch weniger zeitaufwändig bzw. man muss sich fragen, wozu man den Zettel, der sich vielleicht im Laufe von Tagen erst füllt, dann noch auswendig lernen sollte. Und sich so lange Zahlen oder Ziffernfolgen zu merken, ist wohl keine Aufgabe, die sich Menschen allzu häufig stellt. Für die Lebenspraxis sind nur wenige der Mnemotechniken wirklich geeignet, sodass es klüger ist, vor deren Einsatz sich zu fragen, welche Methode im Alltag überhaupt Sinn macht.

Siehe dazu auch Mnemotechnik, Gedächtnistraining, Gedächtnishilfen, Gedächtnistricks

Welche Lerntrainings machen wirklich Sinn?





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© Werner Stangl Linz 2017