Zum Thema ‘Lernpraxis’

Praktische Tipps, um sich das Lernen zu erleichtern.



Praktische Tipps, um sich das Lernen zu erleichtern.

Waldbaden fördert das Lernen



Bekanntlich ist Lernen unter entspannten Bedingungen wesentlich einfacher als in Stresssituationen. Daher ist es günstig, vor längeren Lerneinheiten sich auf das Lernen psychisch einzustimmen. Eine gute Möglichkeit ist dazu das Waldbaden, denn Waldbaden hat zahlreiche Wirkungen auf Körper und Psyche.

Es handelt sich dabei ursprünglich um eine japanische Gepflogenheit, die dort shinrin yoku genannt wird, also „Waldbaden“, also das bewusste Verweilen im Wald um sich zu erholen und seine Gesundheit zu stärken. Shinrin yoku hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Art Wellness-Trend für gesundheitsbewusste StadtbewohnerInnen entwickelt. In manchen Ländern kann man einen Waldausflug sogar unter Anleitung eines speziellen Forest Bathing-Guide antreten, und angeblich gibt es in Österreich und Deutschland bereits eine Ausbildung zum Waldbademeister, die es erlaubt, Menschen in ihrem Beziehungsaufbau mit der Natur kompetent zu unterstützen.

Beim Waldbaden geht es vor allem darum, auf intensive Art und Weise mit dem Wald auf Tuchfühlung zu gehen, aber nicht zu verwechseln mit der Waldtherapie, die sich ähnlicher Methoden bedient, aber eher für Menschen mit Lungenkrankheiten, orthopädischen oder psychosomatischen Beschwerden ausgerichtet ist.

Entspanntes Spazieren im Wald mit Ruhe und Muße und vielen tiefen Atemzügen hat verschiedenste Gesundheitseffekte. Waldluft enthält chemische Verbindungen, vor allem Terpene, mit denen Pflanzen untereinander kommunizieren, um sich vor Bakterien und Pilzen zu schützen. Manchmal kann man diese Terpene riechen, etwa in Form der intensiven ätherischen Öle in Kiefernwäldern. Ein großer Baum kann an einem warmen Tag zweihundert Liter Wasser verdunsten, was zu kühleren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit führt, und produziert Sauerstoff und ätherische Öle. Die in dieser Luft enthaltenen Terpene haben stärkende Wirkung auf das Immunsystem und die Bildung weißer Blutkörperchen, die Keime und körpereigenen Krebszellen bekämpfen, wird angeregt. Bereits nach zwei Stunden Waldaufenthalt steigt die Zahl dieser Zellen im Blut um vierzig Prozent an, wobei noch nach einer Woche dieser Effekt nachweisbar war.  Entspannung und Ruhe im Wald aktivieren den Parasympathikus, gleichzeitig sinkt die Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol. Waldspaziergänge wirken auch schlaffördernd, weil sie dem Organismus helfen, besser in den chronobiologischen Rhythmus zu finden, wobei vor allem im Sommer im schattigen Wald das Blätterdach nicht nur vor schädlicher UV-Strahlung schützt, sondern auch temperaturausgleichend wirkt. Das Grün der Bäume soll laut Farbpsychologie außerdem die Nerven beruhigen und das Immunsystem stimulieren (Stangl, 2016).

Literatur

Stangl, W. (2016). [werner stangl]s arbeitsblätter.
WWW: http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/STRESS/Stressbewaeltigung-Methoden.shtml (2016-09-01).


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Gedankenwanderung



Es kommt beim Lernen oder konzentrierten Arbeiten immer wieder vor, dass die Gedanken abschweifen bzw. auf Wanderschaft gehen. Das bedeutet nichts anderes, als dass das Gehirn etwas sagen möchte, was nicht zu der gerade ausgeführten Tätigkeit passt. Die meisten Menschen versuchen nun, diese Gedanken beiseite zu schieben. Dabei wird man allerdings die Erfahrung machen, dass das gar nicht so einfach funktioniert. Eine solche Gedankenwanderung ist nämlich auch ein Zeichen dafür, dass das Gehirn etwas anderes für wichtiger hält als das, was man gerade tut. Häufig wird es einfach so sein, dass das Gehirn einmal eine Pause braucht und das dadurch deutlich signalisiert. Allerdings können die Gedanken auf etwas hinweisen, das noch unerledigt oder unangenehm ist, was aber erledigt werden sollte. Daher kann es unter Umständen auch eine gute Strategie sein, die aktuelle Arbeit einmal zu unterbrechen und sich auf Gedankenwanderung zu begeben, also um herauszufinden, worum es dem Gehirn eigentlich geht. Wenn man sich dieses andere Wichtige nämlich bewusst vornimmt, dann wird es sich nicht mehr so leicht ins Bewusstsein schieben und die Gedanken auf Wanderschaft schicken.



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Fragenstellen als Lerntechnik



Das Fragenstellen ist eine wichtige Lerntechnik, denn SchülerInnen, die in Lehr-Lern-Situationen sinnvolle Fragen stellen können, erzielen in der Regel bessere Lernergebnisse.

Dennoch sind gute Fragen im Unterricht äußerst seltene Ereignisse.

Offensichtlich ist auch die Annahme, dass SchülerInnen, wenn sie etwas nicht verstanden haben, Fragen an den Lehrer oder die Lehrerin stellen, naiv und unzutreffend. Dabei spielen offensichtlich einerseits sozial-emotionale Fragehemmungen eine wichtige Rolle, aber auch von der Konstruktion von Unterricht her haben Schüler erhebliche Schwierigkeiten, in Situationen zu kommen, um gute Fragen zu stellen, d.h., Fragen, die geeignet sind, ein aktuelles Verständigungsdefizit aufzuheben.



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© Werner Stangl Linz 2018